Bye, Bye, Dollar - Abkehr vom Dollar als weltweite Leitwährung

Die USA haben ein besonderes Bankensystem für ihre Dollarwährung, die Fed.

Das Federal Reserve System oft auch Federal Reserve oder Fed genannt, ist das Zentralbank-System der Vereinigten Staaten, das allgemein auch US-Notenbank genannt wird. Es besteht aus dem Board of Governors, zwölf regionalen Federal Reserve Banks und einer Vielzahl von Mitgliedsbanken und anderen Institutionen. Da die Mitgliedsbanken gleichzeitig die Eigentümer der Federal Reserve sind, das Direktorium aber vom Präsidenten der Vereinigten Staaten ernannt wird, ist das Federal Reserve System teils privat und teils staatlich strukturiert.

Die FED berichtet regelmäßig an den Kongress über ihre Aktivitäten und ihre Pläne zur Geldpolitik. Obgleich der Kongress die Macht hat, die Gesetze betreffend der Geschäftstätigkeit der FED zu ändern, erfordern ihr Tagesgeschäft und ihre operativen Entscheidungen nicht die Zustimmung des Kongresses und des Präsidenten der Vereinigten Staaten

Mit den „operativen Entscheidungen“ dieser Bank ergab sich nach Bloomberg Berichten vom 09.02.2009 nun folgendes Problem:

“Die Federal Reserve, das Treasury Department and die Federal Deposit Insurance haben in den letzten 2 Jahren 3 Billionen Dollar, aufgestockt nun auf 5,7 Billionen Dollar ausgegeben oder verliehen……

Diese Summen sind in Kreditgeschäften, Programmen und Garantien, die fast alle unter der Fed und der FDIC abgewickelt wurden. Empfängernamen zu diesen Summen sind nicht veröffentlicht worden.”

„Wir haben gesehen, wie Geld aus der Hintertür dieser Regierung verschwindet, wie noch niemals zuvor in der Geschichte dieses Landes“ sagte Senator Byron Dorgan, ein North Dakota Demokrat am 3. Februar 2009. „Niemand weiß, was aus dem Federal Reserve Board hinausging, an wen es hinausging und mit welcher Absicht. Wie viel von der FDIC? Wie viel von der TARP? Wann? Warum?”

Quelle Bloomberg Artikel

Mit der Aufarbeitung dieser Fragen kommt auch der Kongress in den USA nicht wirklich weiter:

Der Kongressabgeordnete Alan Grayson befragt zu den Anleihen an ausländische Institutionen den Federal Reserve Chairman Ben Bernanke:

Welche Finanzinstitute erhielten diese Geld? Bernankes Antwort: Das weiß ich nicht.
Als die Fed das Geld ausgeliehen hat, verlor der Dollar 20% seines Wertes. Alan Grayson fragt, geschah das zufällig? Bernankes Antwort: Ja.

Hier das zugehörige Video:

Alan Grayson befragt auch die Federal Reserve Generalinspektorin über die Billionen Dollar die durch die Federal Reserve verliehen oder ausgegeben wurden, und wohin sie gingen. Die Federal Reserve Generalinspektorin Elizabeth Coleman antwortet, dass die IG nicht weiß und nicht verfolgt, wo das Geld ist.

Hier das zugehörige Video:

Daraus ergeben sich zwei Schlussfolgerungen:

Im großen Stil verlässt Geld die verzweifelten Staaten von Amerika ins Ausland, ungeheure Summen kommen nicht den amerikanischen Bürgern oder Hilfsprogrammen zu.

Die Regierung ist nicht im Bilde, wohin dieses Geld fließt, der amerikanische Bürger ebenfalls nicht, der Dollar verliert um 20% an Wert.

Oder vielleicht anders – spekulativ- sind es diese Billionen aus den USA, die nun gegen den Euro wetten?

Im Rest der Welt ist jedoch deutlich angekommen:

Abkehr vom Dollar als weltweite Leitwährung – Einbahnstraße Dollar

„Einen Tag nach seinem Eintreten für eine Freihandelszone zwischen Russland und der Europäischen Union hat Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin die Bedeutung des Euro betont. Der frühere Präsident Russlands zeigte sich zudem überzeugt davon, dass die Stabilisierung der europäischen Einheitswährung nach den Turbulenzen um das finanzielle Hilfspaket für Irland gelingen werde.

“Es ist vollkommen richtig, die Abhängigkeit des internationalen Währungssystems von einer so dominanten Währung wie dem Dollar zu reduzieren”, sagte Putin auf dem Führungskräftetreffen der Süddeutschen Zeitung (SZ).

“Der Euro ist auf jeden Fall notwendig für die Weltwirtschaft.” Er könne sich auch vorstellen, dass Russland eines Tages Teil eines gemeinsamen europäischen Währungsraums werde, sagte Putin. Die russische Zentralbank halte den Euro bereits heute als Reservewährung.

Abkehr vom Dollar als weltweite Leitwährung

Ähnliche Überlegungen wie der russische Staatsmann äußerte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Der Banker plädierte auf lange Sicht für eine Abkehr vom Dollar als weltweiter Leitwährung. “Ich glaube, es ist vollkommen richtig: Wir müssen die Abhängigkeit von einer dominierenden Währung wie dem Dollar über die Zeit vermindern”, sagte Ackermann beim SZ-Führungskräftetreffen.“

Daraus kann man nur schließen, dass wohl auch dem „führenden Finanzinstitut“ in Deutschland die Situation der verzweifelten Staaten von Amerika klar geworden ist.

Süddeutsche – Abkehr vom Dollar



Putins erster Weg führte übrigens nicht ins Kanzleramt zu unserer Bundeskanzlerin Angela Merkel, diese stand erst ganz am Ende des Berlin-Besuches auf dem Programm, ist doch die Abhängigkeit unser Kanzlerin von den USA sprichwörtlich. So stieß auch sein Vorschlag zur Freihandelszone auf gedämpfte Resonanz bei Merkel.

„Putin ärgert das alles sichtlich. Die von ihm vorgeschlagene Freihandelszone sei ein „sehr kompliziertes“ Vorhaben, sagt er so, als hätte Merkel das Thema nicht verstanden. Es bedürfe einer sehr sorgfältigen Aufarbeitung. Je früher man damit beginne, desto schneller die Verwirklichung. Davor hatte er bei einer Diskussion mit Führungskräften wie Ackermann im Luxushotel Adlon zu Merkels Reaktion auf seinen Vorschlag spitz bemerkt: „Es bedeutet, dass Frau Merkel meinen Artikel gelesen hat. Das ist ja an sich schon gut.“

FAZ Putin-Merkel

Die beiden kommenden Weltmächte haben zur Dollarfrage schon vor zwei Wochen gehandelt:

Russland und China: Bye, Bye, Dollar

„Chinas Premierminister Wen Jiabao und sein russischer Amtskollege Wladimir Putin haben beschlossen, den bilateralen Handel der beiden Staaten künftig in der eigenen Währung abzuwickeln und nicht auf den US-Dollar zurückzugreifen. Das geht aus chinesischen und russischen Medien hervor.“

Breakfastpaper - Dollar



Oder auch hier:

“The two countries were accustomed to using other currencies, especially the dollar, for bilateral trade. Since the financial crisis, however, high-ranking officials on both sides began to explore other possibilities.

The yuan has now started trading against the Russian rouble in the Chinese interbank market, while the renminbi will soon be allowed to trade against the rouble in Russia, Putin said.”

Chinadaily - Dollar


Das erste Land, das sich entschlossen der Dollarwährung entgegenstellte, war übrigens der Irak mit Saddam Hussein.

So schrieb am 28. Oktober 2000 die Berliner Zeitung

„Iraks Diktator Saddam Hussein will seine Ölexporte künftig nicht mehr in Dollar, sondern in Euro beglichen sehen. Sonst, so verlautet aus irakischen Regierungskreisen, werde der Ölstaat seine Exporte von November an einfach stoppen.“..

„Hinter Saddams Forderung steht keineswegs eine bislang unterschätzte Sympathie für Europas gemeinsames Projekt. Der Diktator will mit seiner Drohung vor allem seinem größten Feind, den USA, schaden – ausgerechnet vor den amerikanischen Präsidentschaftswahlen wäre dem Diktator ein weiter steigender Ölpreis nur allzu recht.“

Berliner Zeitung - Irak Euro

Die daraus resultierende Reaktion der damals noch Vereinigten Staaten von Amerika ist bekannt.

Mit solchen Feststellungen gehört man allerdings heute immer noch zu den Verschwörungstheoretikern.