Atomkraft - unser Vermächtnis

Auf Grund der aktuellen Ereignisse in Japan möchte ich hier noch einmal zusammenstellen, was bereits seid 1986 zu einem Ende der “friedlichen Nutzung der Kernenergie” hätte führen sollen, nun aber zum Vermächtnis für die Bewohner Japans, aber auch den Rest der Welt wird.

Die Geschichte wiederholt sich wohl leider immer wieder, die Einsicht der Menschen findet sich nicht!

Wie oft noch?

Doku – der letzten Minuten vor dem GAU in Tschernobyl Teil 1

Doku – der letzten Minuten vor dem GAU in Tschernobyl Teil 2

Doku – der letzten Minuten vor dem GAU in Tschernobyl Teil 3

Doku – der letzten Minuten vor dem GAU in Tschernobyl Teil 4

Doku – der letzten Minuten vor dem GAU in Tschernobyl Teil 5

Doku – der letzten Minuten vor dem GAU in Tschernobyl Teil 6

Und nun die Folgen und “die Krisenbewältigung”:

Der russische Atomwissenschaftler Konstantin Tschetscherow und der deutsche Physiker Sebastian Pflugbeil waren im vergangenen Sommer (2001) – in Begleitung des ZDF-Teams – im Unglücksreaktor von Tschernobyl: Sie wollen nicht glauben, was russische Institute und auch westliche Organisationen immer wieder behaupten und durch mehrere Millionen Euro teuere Studien zu belegen versuchten: dass nämlich im Reaktor 96 Prozent des radioaktiven Brennstoffs verblieben seien und deshalb der einsturzgefährdete erste “Sarkophag” durch einen neuen Schutzmantel gesichert werden müsse.

Tschetscheterow, der jahrelang als Physiker in Tschernobyl tätig war, sich oft in dem zerstörten Reaktor aufhielt und im Schacht selbst Messungen vornahm, geht davon aus, dass sich im zerstörten Reaktor nur noch wenig radioaktiver Brennstoff befindet, weil nämlich 1986 nicht – wie offiziell behauptet – nur vier Prozent des Brennstoffs, sondern fast die vollständige Menge an radioaktivem Material herausgeschleudert worden sei.

Messdaten und Videoaufzeichnungen des Wissenschaftlers hielt der sowjetische Geheimdienst mehrere Jahre unter Verschluss. Auch in der jüngsten Vergangenheit – so Pflugbeil – seien Informationen über die verheerenden Folgen der radioaktiven Verseuchung durch die Katastrophe von Tschernobyl nicht nur von russischer Seite, sondern auch von westlichen Organisationen und Behörden verheimlicht oder heruntergespielt worden.

Über 870 Millionen Euro wollen die westlichen Industriestaaten jetzt für einen neuen Schutzmantel um den zerstörten vierten Reaktorblock des Atomkraftwerkes Tschernobyl ausgeben. Der russische Atomwissenschaftler hält dies aufgrund seiner Forschungen für überflüssig.

Der Millionensarg 1

Der Millionensarg 2

Der Millionensarg 3

Der Millionensarg 4

Der Millionensarg 5

Der Millionensarg 6

Das letztendliche Ergebniss – Ghost Town

Filatova Elena Vladimirovna - eine Reise mit Motorrad zur Ghost Town


Filatova Elena Vladimirovna - weitere Medien

„Für mich ist heute noch jedes Atomkraftwerk eine schlafende Atombombe. Wenn ein Flugzeug abstürzt oder ein Atomreaktor eine Panne hat, wird immer gefragt: Menschliches oder technisches Versagen? Dabei gibt es nur eine Antwort: Menschliches! Wir haben die Technik doch erfunden, und jetzt verstecken wir uns dahinter.“

Enoch zu Guttenberg
Dirigent und Umweltschützer
im Interview mit dem Magazin Cicero

Um es noch einmal zusammen zu fassen:

1. Alle Atomkraftwerke sind grundsätzlich nach Betreiberangaben immer sicher. Dies dient der Beruhigung der Atomkraftbefürworter, der Beschwichtigung der betroffenen Bevölkerung, und dem eigenen guten politischen Gewissen – und natürlich dem Gewinn. Man hat grundsätzlich immer alles getan, was notwendig und absehbar war. Auch die verbliebenen Blöcke von Tschernobyl werden bis heute mit diesen Argumenten betrieben.

2. Der erste niemals wirklich kalkulierbare Faktor der Sicherheit ist der Mensch, wie im Unfall von Tschernobyl dokumentiert. Es gehen eben heute unvorhersehbar Schüler mit einem Revolver in ihre eigene Schule und töten unzählige Menschen, unfassbar für die Menschheit, aber ebenso sehr Realität des menschlichen Daseins. Für die Fehler eines einzelnen Menschen ist also niemals jemals zu irgendeiner Zeit eine wirkliche Garantie möglich.

3. Der zweite eben niemals kalkulierbare Faktor ist die Natur. Ein Erdbeben, wie nun in Japan geschehen, richtet sich nun einmal nicht nach den in den Sicherheitsvorkehrungen geplanten Höchstwerten, sondern die Natur zeigte uns in der Vergangenheit allzu oft, wie wenig wir in der Lage sind, den Naturgewalten einen wirksamen Schutz entgegen zu stellen – wie eben in der Industrienation Japan zu Zeit miterlebbar. Die menschlichen Sicherheitsvorkehrungen reichen nicht aus, einem möglichen Szenario der Natur gerecht zu werden.

4. Die Atomkraft ist keine Technik, die man bei Fehlschlag mit den dann immer noch bedauerlichen Verlusten aus dem Einsatz einer neuer Hochtechnologie beenden kann, der Fehlschlag bedeutet hier die irreversible, für Jahrhunderte unkorrigierbare Verseuchung und Vernichtung der Lebensgrundlagen für alle zukünftigen Generationen. Selbst die eindeutige Absichtserklärung, Atomkraft in Zukunft nicht mehr zu verwenden, bürdet uns heute eine kaum zu beantwortende Sorgfaltspflicht für die kommenden Generationen in Bezug auf den bereits bisher entstandenen Atommüll auf.

5. Im Gegensatz zu allen, bisher von Menschen entwickelten Techniken, sind wir hier also aus den genannten Punkten schon heute in einer Ohnmacht gefangen, die sich nun sprichwörtlich mit den Ereignissen in Japan nachvollziehen lässt.

GRS - Aktuelle Lage der Unglücksmeiler in Japan

In Japan geschieht zur Zeit nichts, was nicht schon 1973 vom Autor Holger Strohm in seinem Buch “Friedlich in die Katastrophe” beschrieben worden ist, und 1999 in dem beim Verlag 2001 verfügbaren Buch “Die stille Katastrophe” weiter ausgeführt wurde. In all den Jahren versuchte Strohm mit seinem gesunden Menschenverstand und sittlichem Verantwortungsgefühl zu erklären, daß wir auf eine Umweltkatastrophe gigantischen Ausmaßes zusteuern.

Und auf jede Katastrophe folgt der immer gleiche Satz. Man wusste es nicht besser. Strohms Bücher zerstörten aber diese naiven Darstellungen: Man wusste es. Und man hat es trotzdem gemacht.

Holger Strohm - Die stille Katastrophe



Holger Strohm – Interview Juni 2010 – absolut aktuell

Und auch in Japan wusste man es, und hat es trotzdem gemacht!

cable 08TOKYO2993

Auszüge:

“Member of the House of Representatives Taro Kono spoke extensively on nuclear energy and nuclear fuel reprocessing during a dinner with a visiting staffdel, Energy Attache and Economic Officer October 21. Kono, a member of the Liberal Democratic Party first elected in 1996, is the son of Yohei Kono, a former President of the LDP who is currently the longest serving speaker of the House in post-war history.

Kono claimed Japanese electric companies are hiding the costs and safety problems associated with nuclear energy, while successfully selling the idea of reprocessing to the Japanese public as “recycling uranium.” He asserted that Japan’s reprocessing program had been conceived as part of a nuclear cycle designed to use reprocessed fuel in fast breeder reactors (FBR). However, these reactors have not been successfully deployed, and Japan’s prototype FBR at Monju is still off-line after an accident in 1995.

Kono said following the accident at the Monju FBR, rather than cancel plans to conduct reprocessing, the electric companies developed the Mixed Oxide (MOX) fuel program. However, Kono criticized the MOX program as too expensive, noting it would be cheaper to just “buy a uranium mountain in Australia,” or to make a deal to import uranium from other sources. Kono claimed the high costs of the reprocessing program were being passed to Japanese consumers in their power bills, and they were unaware of how much they paid for electricity relative to people in other countries. In describing the clout wielded by the electric companies, Kono claimed that a Japanese television station had planned a three part interview with him on nuclear issues, but had canceled after the first interview, because the electric companies threatened to withdraw their extensive sponsorship.

He also accused METI of covering up nuclear accidents, and obscuring the true costs and problems associated with the nuclear industry. He claimed MPs have a difficult time hearing the whole of the U.S. message on nuclear energy because METI picks and chooses those portions of the message that it likes. Only information in agreement with METI policies is passed through to the MPs.”

Quelle: Wikileaks - cable 08TOKYO2993 - 27.10.2008



“Das ist der Widerspruch unserer Zeit, daß der Mensch die Urkraft des Atoms entfesselte und sich jetzt vor den Folgen fürchtet; daß der Mensch die Produktivkräfte aufs höchste entwickelte, ungeheure Reichtümer ansammelte, ohne allen einen gerechten Anteil an dieser gemeinsamen Leistung zu verschaffen; daß der Mensch sich die Räume dieser Erde unterwarf, die Kontinente zueinander rückte, nun aber in Waffen starrende Machtblöcke die Völker mehr voneinander trennen als je zuvor und totalitäre Systeme seine Freiheit bedrohen.” – Godesberger Programm 1959