Die alte Supermacht und das Meer – oder die Ethik einer Tötung

Ein 79 Mann starkes US-Killerkommando hat nach Angaben der amerikanischen Regierung den unbewaffneten Chef des Terrornetzwerks al-Qaida Osama Bin Laden in der Nacht zum 1. Mai in seinem Anwesen in Abbottabad/Parkistan erschossen, und die Leiche dann im Meer bestattet.

Die gezielte Ermordung Bin Ladens ist mit all den anderen vorausgegangenen Rechtsbrüchen nach dem 11. September Ausdruck des Verlustes rechtsstaatlichen Denkens und ein weiterer Rückfall der ehemaligen Supermacht in vorzivilisatorisches Rechtsempfinden mit den Prinzipien „Auge um Auge, Zahn um Zahn“. Die Rechtsprechung der USA verlangt vor der Todesstrafe einen Prozess – die politische Entscheidung zum Mord an Terrorchef Bin Laden und zur unmittelbaren Entsorgung der Leiche ist also wohl eher Ausdruck eines hilflosen, um seine Umfragewerte bemühten Präsidenten, der angesichts katastrophaler wirtschaftlicher Entwicklung im eigenen Land unter Zugzwang steht.

Insofern schleppt das demokratische Bötchen USA nun das Skelett einer Legende nach Hause, das schon über neun Jahre als Propaganda dazu dienen musste, die Zerstörung demokratischer Grundrechte in den USA zu legitimieren, und dies wohl so erfolgreich, dass Millionen von Amerikanern die Todesbotschaft wie einen Super Bowl bejubeln, Amerikaner, die intellektuell nach erfolgreicher Umerziehung im Sinne „Westlicher Werte“ heute schon mit dem Einkauf ihres Burgers ausgelastet zu sein scheinen. Sonst wäre Ihnen wohl aufgefallen, das das „Alive“ des aus den alten Western stammenden „Dead or Alive“ einem demokratischen Amerika vor der ganzen Welt die Möglichkeit gegeben hätte, in einem rechtsstaatlichen Prozess die Ereignisse des 9. Septembers rechtsstattlich zu verurteilen. Da wir mit der ehemaligen Supermacht, mit Guantanamo, Irak und Afghanistan, mit menschenverachtender Uranmunition in beiden Kriegen, mit dem Drohnenkrieg in Parkistan und dem weltweiten Wirtschaftskrieg um den Dollar nun aber im Sinne „Westlicher Werte“ zu leben haben, ist es, und sollte es mit der Ermordung Bin Ladens dazu nun sicherlich nicht kommen. Die Haie haben das Fleisch gefressen.

Wenn nun im Sinne dieser „Westlichen Werte“ eine deutsche Bundeskanzlerin dazu sagt: „Ich freue mich, dass es gelungen ist, Bin Laden zu töten.“, darf man zweierlei feststellen:

Eine gläubige Protestantin mag mit sich selbst ausmachen, inwieweit eine solche Aussage mit ihrem christlichen Selbstverständnis zu vereinbaren ist.

Eine deutsche Bundeskanzlerin verfällt mit dieser Aussage in eine Bewertung von wertem und unwertem Leben, und verlässt die verfassungsrechtlichen Eckwerte der BRD.

In diesem Sinne kann man sich der „Westlichen Wertegemeinschaft“, des Demokratieverständnisses Amerikas, und einer solchen Kanzlerin der BRD nur schämen.

Auf den Punkt gebracht – KenFM über Osama Bin Ladens Tod!

Die deutsche Bundeskanzlerin – eine bekennende gläubige Protestantin

Das Schauspiel Osama Bin Laden

“Die Richter bedürfen der äußeren und inneren Unabhängigkeit, um im Namen des Volkes allein dem Recht zu dienen. An der Rechtspflege sind ehrenamtliche Richter gleichberechtigt zu beteiligen. Nur unabhängige Richter dürfen Kriminalstrafen aussprechen. Wirtschaftliche Überlegenheit oder Schwäche dürfen keine Folgen für den Rechtsweg oder für die Rechtsprechung haben. Die Gesetze müssen der gesellschaftlichen Entwicklung zeitgerecht angeglichen werden, damit sie nicht zum Rechtsbewußtsein in Widerspruch geraten, sondern der Verwirklichung der Rechtsidee dienen.” – Godesberger Programm 1959

Nachtrag 05.05.2011 – drei Tage nach dem Mord an Osama Bin Laden

Wie man nun das ganze Spektakel um den Mord an Bin Laden in den USA medienwirksam ausschlachtet, kann man u.a. hier verfolgen:

Obamas Umfragewerte - Die Süddeutsche

Die Hobbythek hatte sich schon im Vorfeld mit dem Thema beschäftigt, und wesentliche Hinweise zur Ergreifung des Top-Terroristen gegeben:

Bilder vom Mord an Osama Bin Laden soll es nach Auskunft der Amerikaner natürlich nicht geben.

Obama sagte in einem Interview des Senders CBS: „Es ist uns sehr wichtig, dass sehr eindringliche Fotos von jemandem, der in den Kopf geschossen wurde nicht als Propaganda-Werkzeug im Umlauf sind.“ Man werde die Aufnahmen nicht wie „Trophäen“ behandeln. Tatsache sei, „dass man Osama bin Laden nicht wieder auf dieser Erde herumlaufen sehen wird“.

Aber immerhin – hier ist die Seebestattung Bin Ladens dokumentiert:

Ich glaube, ich muß es nicht betonen – ich bin eindeutig ein stolzer Verschwörungstheoretiker!

Das ist einfach erklärt – es beleidigt bis heute meinen Verstand, wenn ich glauben wollte , was uns die USA zu den Ereignissen von 9/11 zu glauben machen möchte – ebenso wie nun diese nette Geschichte über einen toten Osama just zum rechten Moment dem recht erfolglosen “Yes, we can” Kandidaten der USA ein wenig Balsam für die geschundene Nobelpreisträgerseele bietet.

Wer war es nun?

Damit bin ich nun nicht alleine – selbst N24 hat da Probleme:

“Star Trek”-Truppen töten bin Laden

Bei der Berichterstattung von N24 über den Tod von Osama bin Laden präsentierte Moderator Mick Locher am 5. Mai aus Versehen nicht das Logo der amerikanischen Eliteeinheit Navy Seals, sondern das Emblem einer “Star Trek”-Gruppierung namens “Maquis Special Operations Seals Team VI”. Mick Locher kommentierte das Zukunftsemblem dazu noch ebenso kenntnisreich wie falsch: “Sie haben nicht umsonst den Totenschädel in ihrem Emblem!”

Ein schöneres Symbol konnte doch gar nicht gesetzt werden, oder?

Quelle und Original

Die Familie Bin Ladens gehört übrigens auch zu den Verschwörungstheoretikern.

Deshalb fragt die jetzt in einem Statement in der New York Times nach Beweisen für die Star Trek Aktion.

Gleichzeitig stellt die Familie im Falles des tatsächlichen Todes Osama Bin Ladens die unangenehme Frage, warum die Star Trekis einen unbewaffneten Mann, die Ehefrau und den Sohn noch dazu abknallen mussten.

Statement From the Family of Osama bin Laden

Jetzt macht mir der Osama Bin Laden im nachhinein aber wirklich Angst – US-Truppen sollen Pornos im Bin-Laden-Versteck gefunden haben!

Nicht nur Terror – nein auch noch Pornos – Berichten zufolge gab es in dem Versteck kein Internet oder Festnetzanschlüsse, der Mann muss einen Surfstick benutzt haben! Insofern ein Hoch auf die Vorratsdatenspeicherung – „US-Quellen bezeichneten die Entdeckung von Pornografie in Terrorverstecken als nicht ungewöhnlich“, wie uns NTV berichtet.

Diesen Sumpf muss man entschieden austrocknen!

NTV-Pornos

Nachtrag 25.05.2011

Wie sagte KenFM noch zu Anfang:

Osama bin Laden ist tot – oder in Hollywood wäre das offizielle Drehbuch dieses Todes im Mülleimer gelandet.

Dieses Finale ist komplette Scheiße – na ja, wir sind ja nicht in Hollywood, und der TV-Junkie zieht sich alles rein, was man ihm in so genannten Nachrichtensendungen an Schwachsinn alles hinschmeißt. Man könnte das fast für den Teil der Verblödungstaktik, Rufname Kommunikationsgesellschaft halten, aber dafür müsste man nicht doof sein, und das ist man leider!

Also: Bin-Laden-Tötung kommt 2012 in die Kinos

Oscar-Preisträgerin Bigelow plant seit Jahren einen Film über die Jagd auf den al-Qaida-Chef. Jetzt aktualisiert die Regisseurin das Drehbuch.

Link für Doofe!

Fazit: Man hält uns demzufolge inzwischen wohl für nichts mehr für zu Doof!

Nur zur Erinnerung - wir leben hier: