Volkszählung Facebook

Volkszählung – oder warum ich nicht auf sozialen Netzwerken wie Facebook spielen gehe.

Ich gehöre noch zu der Generation, die sich im Jahre 1983 erfolgreich gegen die Volkszählung in der BRD gewehrt hat – hier einige Fakten aus Wikipedia:

„Die Zählung, die für den 27. April 1983 geplant war, wurde zunächst bis zum Urteil des Bundesverfassungsgerichts vom 15. Dezember 1983 ausgesetzt, dann schließlich laut Urteil untersagt. Die erfolgreichen Kläger hatten beanstandet, dass die Ausführlichkeit der Fragen in den entsprechenden Volkszählungsbögen bei ihrer Beantwortung Rückschlüsse auf die Identität der Befragten zulasse und somit den Datenschutz unterlaufe, damit folglich gegen das Grundgesetz verstoße. Im Hintergrund stand die Befürchtung des so genannten Gläsernen Bürgers. Teilweise wurde die Volkszählung als Schritt in Richtung Überwachungsstaat gesehen.“

Quelle

Dieses Bewusstsein hat sich in wenigen Generationen grundlegend geändert – heute liefern Millionen von Menschen begeistert, bereitwillig und unwissend um die Konsequenzen nahezu jegliche Art privater Daten in “sozialen Netzwerken” freiwillig ab, und vertrauen einem Datenschutz, dem dieses Wort nicht einmal im Ansatz entspricht.

Hier das Beispiel Facebook

Und noch etwas ausführlicher:

George Orwell hätte sich kein perfideres System ausdenken können, wie man Menschen innerhalb kürzester Zeit freiwillig und mit Begeisterung zum Verkaufsprodukt degradiert.

Facebook - Status QuoQuelle

Weitere Links:

Soziale Netzwerke - Fluch oder Segen?

Dezentrale Soziale Netzwerke





Nachtrag 09.12.2011

Das pass auch gut zum Thema

Meine unlöschbare Facebook-Existenz

MEEDIA-Autor Nils Jacobsen ärgert sich seit geraumer Zeit über immer neue Updates, die kaum etwas besser, sondern alles komplizierter machen. Protokoll einer erkalteten Liebe.

Auszug:

“Allgegenwärtiges Facebook: Nachricht nicht mehr löschen, Freunde nicht ablehnen

Manchmal denke ich, Du bist schlicht größenwahnsinnig geworden, weil Du bald eine Milliarde Freunde hast. Wie schön für Dich. Du nimmst Dir inzwischen ganz schön viel raus: Erziehst uns in unseren Gewohnheiten, machst uns zum Teil eines sozialen Experiments, bei dem Gelerntes auf den Müllhaufen des Internets geworfen wird. “Move fast and break things”, hast Du ja mal gesagt. Nichts weniger als die Umdefinierung aller Werte und Normen ist wohl das Ziel. Freunde können wir nicht mehr ablehnen – die Anfrage wird auf “später” verschoben.

Nachrichten können nicht mehr gelöscht werden – sie werden archiviert. Weißt Du, wie surreal ist das? Jede Mail auf meinem Provider ist löschbar. Nicht bei Dir! Du konfrontierst mich so ständig mit meiner Vergangenheit. Immer wieder hältst Du mir den Spiegel vor, was ich wem einmal wann geschrieben habe. Selbst Chat archivierst Du haarklein! Das ist so, als würde mich ein letzter Satz an einen Kollegen vorm Einsteigen in die S-Bahn für immer verfolgen. Abgesehen davon, wie fragwürdig das aus Datenschutzgründen ist: Die Vergangenheit ist plötzlich unlöschbar geworden.”

Quelle und vollständiger Artikel