Guttenberg Monty Python

Karl Theodor zu Guttenberg und Monty Python – Was ist Satire und was ist Realität?

Die „Zeit“ in der Person von Giovanni di Lorenzo als Chefredakteur hat dem “Betrüger und Plagiator” Guttenberg eine Bühne für ein politisches Comeback geboten, und gleich auch noch als Co-Autor ein Gutti-Buch geschrieben – „Vorerst gescheitert“.

Die Grundlagen zur Affäre Guttenberg kennen Sie – die folgenden Szenen geben noch einmal den Wortlaut wieder.

Die Frage ist, was ist nun Satire, und was ist Realität:

Was nun die “Zeit” daraus gemacht hat – wird hier festgestellt – Nachrichten Heute

Impressum
Nachrichten Heute, ist eine Plattform für Journalisten und Whistleblowers. Die aus verschiedenen Staaten stammenden Autoren bringen aktuelle News, fundierte Hintergrundberichte und bissige Reportagen zum Politik- und Weltgeschehen auf Ihren Newsdesk. Häufig ist das Online-Magazin “Nachrichten Heute” ein Vorkäuer und legt die Stories, die nächste Woche im Print gelesen werden heute auf den Tisch.

Herausgeber
Stephan Fuchs, Journalist / Redaktor.

Das ist der offenen Brief an Giovanni di Lorenzo:

Danke Giovanni di Lorenzo von der ZEIT für die Guttenberg-Raushole
Dr. Alexander von Paleske 24.11. 2011
Leitender Arzt
Ex-Rechtsanwalt beim Landgericht Frankfurt (M)
Bulawayo / Simbabwe

An
Herrn Qualitätsjournalist
Giovanni di Lorenzo
Chefredakteur „Die ZEIT“
Pressehaus
Hamburg

Betr.: ZEIT-Aktion „Guttenberg-Raushole“

Sehr geehrter Herr Chefredakteur di Lorenzo,

ich möchte mich als langjähriger ZEIT-Leser ganz, ganz herzlich bedanken für Ihre Aktion „Publizistische Raushole des Guttenberg (Guttiplag)“.

Nicht nur haben Sie in der heutigen Ausgabe der von Ihnen geleiteten Wochenzeitung in einem ausführlichen Interview den Wissenschafts-Täuscher Guttenberg vom „Galgen“, aus der politischen Wildnis geholt, sondern gleich auch noch ein Gutti- Buch geschrieben, für das durch Ihren Artikel natürlich Neugier geweckt wird, eine sicherlich völlig unbeabsichtigte Buch-Promotion, also zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.
Hervorragend.

Zum Fall Gutti nichts Neues
Natürlich bringen weder das Buch, noch das Interview substantiell wirklich etwas Neues, was den Skandal selbst betrifft,. Aber dafür bringen Sie den Faktor „Guttenberg menschlich gesehen“ zur Geltung, und schaffen damit dem “Lügenbaron” eine Plattform, von der er in den Berliner Politikbetrieb zurückkehren kann.

Da zeigt sich, was für ein hervorragender Journalist und Chefredakteur Sie doch sind.

Bewundernswerte Voraussicht
Insbesondere bewundere ich Ihre Konsequenz mit der Sie an diesem politischen Showmaster festgehalten haben. Sie haben, viel früher als viele andere, nicht nur im Bereich der Medien, erkannt, dass Berlin und damit Deutschland diesen Gutti dringend braucht.

Angefangen hatte es bereits, als Sie auf dem Höhepunkt der Guttiplag-Krise in einem hervorragenden Artikel auf Seite 1 der ZEIT, Titel: „Doktor Ade“, – anders als die meisten Medien, abgesehen von der BILD-Zeitung und ihrer Starkolumne „Post von Wagner“ – sich für ein Verbleiben Guttenbergs im Amt stark machten.

Das war nicht nur vorausschauend, sondern Meinungsführerschaft im besten Sinne.

Gleichzeitig brachten Sie zur Geltung, dass Deutschen mit geringerem Bildungsstandard die Promotionsordnungen der Universitäten letztlich “schnurz-piep-egal” sind.

Genau so, wenn auch drastischer, hatte es BILD-Wagner ausgedrückt: „Scheiss auf den Doktor Titel“.

Hervorragende Pionierarbeit
Damit haben Sie völlig zu Recht darauf hingewiesen, dass die Betrügerei mit der Doktorarbeit – obgleich im öffentlichen Raum Universität begangen – strikt von dem glänzenden Auftreten auf der politischen Bühne getrennt werden muss.

Eine derartige Trennung war bisher nur zwischen privat – öffentlich bekannt und akzeptiert. Insofern haben sie hier zweifellos Pionierarbeit geleistet. Glückwunsch!

Ohr an den Volksgefühlen
Ich glaube, hochverehrter Herr di Lorenzo, Sie haben auch Ihr Ohr an den Gefühlen der breiten deutschen Öffentlichkeit, besser noch, als es die BILD-Zeitung vermag.

So ein blendend aussehender Mann wie dieser bayerische Baron – insbesondere so wie er jetzt ausschaut, ohne Brille und ohne Gel im Haar, viel mehr statesmanlike – so ein Star im politischen Showbusiness, den brauchen wir wieder, der muss ohne Zeitverzug zurückkommen.

Ein Mann, der in Zukunft jedes Auftreten auf der politischen Bühne in eine Show verwandelt, zu einer Talkshow macht. Insofern wäre dann seine Talkshow in Afghanistan seinerzeit mit Johannes B. Kerner nur ein Testlauf gewesen, ein höchst erfolgreicher allerdings.

Nein, die deutsche Volksgemeinschaft hatte bereits Entzugserscheinungen nach diesem grossartigen, gutaussehenden und politisch (leicht)gewichtigen Vollblutpolitiker, wir brauchen so einen energischen, zupackenden (falschen) Optimismus ausstrahlenden Mann gerade in der jetzigen Wirtschafts- und Finanzkrise mehr denn je.

Hervorragendes Hackfleisch
Hervorragend wie dieser Guttenberg bei seinem Auftritt in Halifax / Kanada in der vergangenen Woche Hackfleisch aus Politikern und Parteien der Krisenrepublik Deutschland machte.

Und Sie, lieber Giovanni di Lorenzo, haben dieses deutsche Gefühl, diese Sehnsucht nach einem (scheinbar) starken Politiker, erkannt, ihm Ausdruck verschafft, während die anderen Presseorgane ihn gerne noch in der politischen Wüste gehabt hätten-

Als Vorlage: Franz Josef Strauss
Als nachahmenswertes Beispiel hat Ihnen sicher der Fall Franz Josef Strauss gedient. Der wanderte nach der SPIEGEL-Affäre, für die er verantwortlich war, die dem SPIEGEL eine polizeiliche Durchsuchung, und dem Herausgeber Rudolf Augstein und weiteren Redakteuren wie Conrad Ahlers Untersuchungshaft einbrachte, auch erst einmal ins politische Abseits und studierte Volkswirtschaft

Nach vier Jahren, als die übrige deutsche Presse ihn noch als Unperson behandelte, holte die ZEIT Strauss in einem langen Interview vom politischen Galgen, aus der politischen Wüste (Karl Heinz Janßen Die Zeit in der ZEIT 1995 S. 134). Insofern stehen Sie ganz in der Tradition der liberalen Wochenzeitung.

Nicht nur stehen Sie in der Tradition, nein, Sie sind viel moderner, wie die Vorfreisprechung in der Kachelmann-Affäre durch Ihre hervorragende hochemotional parteiergreifende Qualitätsjournalistin Sabine Rückert nur allzu deutlich belegt. Auch zeigen die Interviews mit Charlotte Roche, Autorin von literarischen Kostbarkeiten wie „Feuchtgebiete“ und „Stossgebiete“ äh, ich meine „Schossgebete“ in Ihrer Zeitung und auf der Buchmesse, wie progressiv Sie Ihren Laden umgemodelt haben. Hochachtung!

Dann die Promotion des Bilderbergers Peer Steinbrück durch Helmut Schmidt in einem wunderbaren Dossier „Die Partie ist eröffnet” Tenor: “Er kann es“ das sich leicht konsumieren lässt, weil es aus viel Schaum und wenig Substanz besteht.

Herr Di Lorenzo, Sie sind zweifellos einer der besten Chefredakteure, die die ZEIT je hatte, fast so gut wie dieser Schmidt-di-Simoni, aber viel tiefschürfender.

Weiter so.

Herzliche Grüsse

Ihr treuer Abonnent

Dr. Alexander von Paleske

Quelle und Original

Das also ist die “Zeit” – und die Kultur des Betruges

Hier dokumentiert sich wohl die wirtschaftliche Verpflechtung einer Zeitung mit Ihren Anzeigenkunden!

“Presse, Rundfunk, Fernsehen und Film erfüllen öffentliche Aufgaben. Sie müssen in Freiheit und Unabhängigkeit überall und unbehindert Informationen sammeln, bearbeiten, verbreiten und unter eigener Verantwortung Meinungen bilden und aussprechen dürfen. Rundfunk und Fernsehen müssen ihren öffentlich-rechtlichen Charakter behalten. Sie müssen freiheitlich-demokratisch geleitet und gegen Interessentendruck gesichert sein.” – Godesberger Programm 1959

Nachtrag 05.12.2011

Warum dieses Interview?

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Wochenzeitung DIE ZEIT, nimmt Stellung zu seinem Interview mit Karl-Theodor zu Guttenberg.

Der “Zeit” in Person von Giovanni di Lorenzo als Chefredakteur ist wohl inzwischen auch die Bedeutung ihres Interviews bewußt geworden, und sucht nun nach Rechtfertigung:

Giovanni di Lorenzo - Rechtfertigung

Die erste Kommentar zum Artikel wirft noch einmal die eigentliche Frage auf:

“Muss man sich aber zum Steigbügelhalter eines Betrügers machen? Man könnte diesen Geck doch einfach ignorieren und ihn dem Boulevard überlassen.”

Giovanni di Lorenzo als Chefredakteur wohl nicht – mit seinen Auftritten in all den schrecklich propagandistischen politischen Medienrunden von Anne Will, Maybrit Illner, etc. dokumentiert sich ein Journalist, der dem Boulevard oft näher zu sein scheint, als dem guten Journalismus des ehemaligen Flagschiffes der deutschen Medienlandschaft.

Und noch eins:

“Einzig Verbrechern und Extremisten, die ihre Propaganda verbreiten wollten, wird keine vernünftige Zeitung ein Forum bieten. Guttenberg ist weder das eine noch das andere.” schreibt Giovanni di Lorenzo

Nein – Gutenberg ist kein Verbrecher und Extremist – er ist einfach nur ein Hochstapler, wie Felix Krull, der seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden kann – wie zudem viele Politiker heute.

Zitat Wikipedia: “Zustimmung oder gar heimliche Bewunderung findet Felix nur bei Lesern, die sich ebenso leicht beeindrucken lassen wie seine Opfer. Ob die Gefoppten ihm jedoch auf Dauer böse sind, bleibt offen. Hat er sie doch glänzend unterhalten! Viele der unbeabsichtigten Helfer seines Aufstiegs können auf wundersame Weise einen persönlichen Profit aus der Begegnung mit ihm ziehen.”

Dies gilt wohl leider auch für Giovanni di Lorenzo und die “Zeit”.

Nachtrag 06.12.2011

Zu den Fernsehauftritten diverser Politiker und auch eines Giovanni di Lorenzo in diversen Takshows hier noch ein klares Statement von Mely Kiyak:

Schafft die Politik-Talkshows ab!

Plädoyer für eine bessere Kommunikationskultur

“…Vielleicht erhoffte man sich all dies, als man die Politik-Talkshow als feste Größe im deutschen Fernsehen installierte? Doch ganz gleich, in welche Gesprächssendung man hineinschaut, begegnet man dem immer gleichen Redner-Typ mit Talkshow-Gestus und Talkshow-Rhetorik, wo nicht einmal mehr der Langeweile eine Chance gelassen wird, weil das Nickerchen dem Überdruss zuvorkam.

Wer will denn das alles noch sehen? Blutarme Bandwurmsätze, ein Feuerwerk leerer Lufthülsen, scheinbares Expertentum, ja Abgeordnete, die auch nicht besser informiert sind als das Publikum!

Und überhaupt stellt sich die grundsätzliche Frage, wozu wir Politiker in Talkshows brauchen. Sie haben doch ihre eigenen. Wir nennen es: “das Parlament”. Dort gilt es zu vermitteln und zu überzeugen. Doch es scheint, dass Politiker meinen, dass Sendungen dafür da sind, Werbung zu machen. Behaupten statt Argumentieren. Stoisches Wiederholen von längst Bekanntem und monotone Monologe statt echter Auseinandersetzung. Was ist der Erkenntnisgewinn einer solchen Talkshow? Und vor allem: wieso geschieht es auf Kosten der Gebührenzahler?

…Und so agieren Moderatoren und Politiker wie alte Ehepaare. Jeder lässt den anderen quatschen – da rein, da raus.”

Quelle und Original