Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität

Die Rede des Altkanzlers Helmut Schmidt auf dem Bundesparteitag 2011

Es muss wohl erst ein „ganz alter Mann“ kommen, um heute politische Realitäten in Europa benennen zu können.

Altkanzler Helmut Schmidt auf dem Bundesparteitag der SPD 2011

Die Rede kann man hier nachlesen:

Europa - Helmut Schmidt

Drei Dinge sind zu dieser ansonsten brillanten Rede anzumerken:

Helmut Schmidt ist als Weltpolitiker einer der wenigen Politiker, die in der Vergangenheit ohne jede Korruption, ohne jeden Skandal, ohne jede persönliche Vorteilsnahme ihre Meinung vertreten haben – heute nahezu ein Ausnahmezustand.

Helmut Schmidt klammert in seiner Rede die mehr als unrühmliche Rolle einer SPD-Regierung unter Schröder ebenso aus, wie die ebenso unrühmliche Rolle eines Peer Steinbrück als Finanzminister der Koalition – beide wesentlich für die Deregulierungen eines stabilen Finanzmarktes verantwortlich.

Schlussendlich – Schmidt ist bekennender Bilderberger, die zugedachte politische Rolle Deutschlands der unabdingbaren Solidarität zu allen anderen Partnern ist eine Position der Bilderberger.

“Wir streiten für die Demokratie. Sie muß die allgemeine Staats- und Lebensordnung werden, weil sie allein Ausdruck der Achtung vor der Würde des Menschen und seiner Eigenverantwortung ist. Wir widerstehen jeder Diktatur, jeder Art totalitärer und autoritärer Herrschaft; denn diese mißachten die Würde des Menschen, vernichten seine Freiheit und zerstören das Recht.” – Godesberger Programm 1959

Hier noch die Reaktionen als Nachtrag;

Solidarität überdehnt

“Da wird beim SPD-Parteitag die Solidarität mit den europäischen Schuldenstaaten überdehnt – hilft Helmut Schmidt beim Schönen der Vergangenheit? 2001 wurde unter Gerhard Schröder Griechenland ins Euroland aufgenommen – und dann riss 2002/03 seine Regierung die Schuldenbarriere ein. Heißt sozialdemokratische Solidarität in Europa die des hingenommenen Schuldenmachens? Lieber nicht, wir brauchen, auch wenn es dauert und wehtut, zuerst durchsetzbare Regeln gegen fahrlässige Überschuldung, danach wohl auch Euro-Bonds – und dann Wirtschaftsförderung ohne jede Korruption für Griechenland.”

Reinhard Behrens

Zirkus der Selbstdarsteller

“Der Parteitag der SPD mit Gottvater Helmut Schmidt, welch ein Zirkus selbstgerechter Selbstdarsteller! Kein Wort davon, dass auch die SPD schwere Schuld trägt an der grotesken Billionen-Verschuldung, die die Politik den Deutschen auferlegt hat. Stattdessen wird den Deutschen von den SPD-Führern empfohlen, die Schulden anderer, durch ihre raffgierigen Eliten abgewirtschafteten Euro-Staaten auch noch zu übernehmen – und ansonsten den Mund zu halten. Damit wir bloß unsere ach so sensiblen Nachbarn wie Italien und Frankreich nicht verschrecken.”

Roland Bunke

Quelle und Original

Zur Euro-Position von Helmut Schmidt

In einem offenen Brief von Helmut Schmidt an Bundesbankpräsident Hans Tietmeyer, erschienen in DIE ZEIT, Ausgabe Nr.46 vom 8. November 1996, erkennt man die politische Grundaussage zum Euro von Helmut Schmidt.

Quelle und Artikel