Ahmadinedschad im ZDF: "Atomwaffen sind unmoralisch"

Jahrelang habe es gedauert, dieses Interview mit dem “gefährlichsten Mann der Welt” zu führen, bekennt ZDF-Redakteur Claus Kleber im Vorspann der ZDF-Mediathek.

Einer der Kommentare beim You-Tube Video lautet dazu:
Nicht schlecht….. Ahmadinejad hat Kleber schon nach 3:55 Minuten Schachmatt gesetzt ;)

Man kann also wohl sagen – Auftrag gründlich verfehlt Herr Kleber! Ahmadinejad führt Sie berechtigt vor!

Machen Sie sich selbst ein Bild – das komplette Interview:

Interview: Dr. Mahmud Ahmadinedschad im ZDF von Otacun

Oder im Original in der ZDF-Mediathek

In den Nachrichten aus Israel und dem Nahen Osten findet man zum ZDF-Interview folgende Meldung:

„TEHERAN – Der Iran will sein Atomprogramm nicht offenlegen, weil dann “die Zionisten” iranische Wissenschaftler ermorden. Dies sagte Präsident Mahmud Ahmadinedschad in einem Fernsehinterview, das am frühen Dienstagmorgen im ZDF ausgestrahlt wurde.

Der Iran sei gegen die Atombombe, betonte Ahmadinedschad. “Das ist eine unmenschliche Waffe. Und unmoralisch.” Die Zeiten dieser Bombe hätten mit dem Zweiten Weltkrieg geendet. “Sie wurde einfach begraben.” Schließlich habe die Atombombe weder Israel oder den USA geholfen noch den Zerfall der Sowjetunion verhindern können. “Wer so etwas sucht, ist zurückgeblieben. In der Geschichte und in der Menschlichkeit. Und in der Politik.”

…“Warum unterstützen die europäischen Staaten blind die Zionisten?”

Auf die Frage von ZDF-Redakteur Klaus Kleber, warum er nicht zur Transparenz bereit sei, entgegnete das iranische Staatsoberhaupt: “Zeigen die Zionisten Klarheit und Transparenz in ihrer Nuklearfrage?” Auch fragte Ahmadinedschad, warum Israel, das den Atomwaffensperrvertrag nicht unterzeichnet hat, einem IAEA-Mitgliedsstaat drohen dürfe.“

…Israel sei ein “künstliches Land”. Die Zionisten seien zuvor niemals dort Herrscher gewesen, meinte Ahmadinedschad. Sie hätten eine Geschichte aus dem Holocaust gemacht. Die Kosten müssten die Palästinenser tragen, obwohl diese nicht am Holocaust beteiligt gewesen seien. Die Besatzung des palästinensischen Landes müsse eingestellt und verhindert werden.

…Kleber fragte auch, was sich die iranische Führung unter der angedrohten “apokalyptischen Reaktion” auf einen etwaigen israelischen Angriff vorstelle. Die Antwort: “Was würde Deutschland tun, wenn es angegriffen wird?” Es würde nicht tatenlos zusehen, auch die USA würden sich selbst verteidigen. “Das werden wir auch tun.” Der Iran sei stark.”

Quelle und Original

Hätte Claus Kleber weniger voreingenommen und ergebnisorientiert, sondern statt dessen mit mehr gemachten Hausaufgaben im Gepäck dieses Interview geführt, wäre ihm sicher folgendes bewusst geworden.

Israel – Atommacht im Verborgenen

“75 bis 200 Atomwaffen soll Israel besitzen, schätzen Experten. Doch die Israelis selbst schweigen dazu – ganz im Zeichen ihrer Doktrin der “atomaren Zweideutigkeit”. So entgeht Israel seit Jahren den Kontrollen der IAEA.”

Quelle und Original

Dieses Bewusstsein fehlt dem ZDF aber grundsätzlich, so lautet also die Meldung zur deutschen Waffenlieferung – natürlich nicht in Krisengebiete:

“Nach Informationen von Militärexperten sind die deutschen U-Boote vom Typ “Dolphin” mit Mittelstreckenraketen ausgerüstet. Diese haben eine Reichweite von 1500 Kilometern und können mit nuklearen Sprengköpfen ausgerüstet werden. Die U-Boote würden Israel in die Lage versetzen, einen atomaren Zweitschlag zu führen, für den Fall, dass das Land mit Atomwaffen angegriffen werden würde.”

Quelle und Original

Das zionistische Führungskreise in Israel damit ebenso einen Erstschlag auslösen könnten, dämmert dem ZDF mit öffentlich rechtlichem Auftrag augenscheinlich nicht.

Ich bemühe also hier noch einmal Avraham Burg, Autor des Buches „Hitler besiegen“

„In seinem Buch vergleicht Burg das Israel der Gegenwart mit dem Vorkriegsdeutschland der Weimarer Republik. Der Judenstaat, schreibt er, sei zu einem “Zionistischen Ghetto” geworden, innerhalb der israelischen Gesellschaft herrsche “Bunkermentalität”. Oder auch einfach: Rassismus. Israel sei wie ein missbrauchtes Kind, das zu einem gewalttätigen Vater geworden ist. Schuld daran habe nicht zuletzt die “überkommene Idee des Zionismus”. Ein jüdisch definierter Staat könne keine Demokratie sein, sagt Avraham Burg.

Burgs Diagnose der pathologischen Dauerversehrtheit seiner Nation ist unwiderruflich. Er beschreibt das Holocaust-Trauma als nationale Strategie: Angewandt wird sie von der Armee in den besetzten Gebieten, beim Streit mit Iran oder als Teaser in den Medien. Die Strategie ist omnipotent, ob im sicherheitspoltischen Sinn oder schlicht konsumheischend.“

Quelle und Original

Wie sich das ZDF nach missglückter Manipulation nun aus der Affäre zu ziehen versucht, sieht man hier – ganz im Sinne der Klofrauen und Klomänner des Georg Schramm.

Damit das mit den Klofrauen und Klomännern verständlich bleibt – Georg Schramm – Herrschaftswissen

Die “emotionale Pissrinne des ZDF” in Form dieses Interviews ist damit wohl deutlich beschrieben, ebenso die “intellektuelle Wüste”, die uns mit den öffentlich rechtlichen “Bedürfnisanstalten” umgibt.

“Das ist der Widerspruch unserer Zeit, daß der Mensch die Urkraft des Atoms entfesselte und sich jetzt vor den Folgen fürchtet; daß der Mensch die Produktivkräfte aufs höchste entwickelte, ungeheure Reichtümer ansammelte, ohne allen einen gerechten Anteil an dieser gemeinsamen Leistung zu verschaffen; daß der Mensch sich die Räume dieser Erde unterwarf, die Kontinente zueinander rückte, nun aber in Waffen starrende Machtblöcke die Völker mehr voneinander trennen als je zuvor und totalitäre Systeme seine Freiheit bedrohen. Darum fürchtet der Mensch, gewarnt durch die Zerstörungskriege und Barbareien seiner jüngsten Vergangenheit, die eigene Zukunft, weil in jedem Augenblick an jedem Punkt der Welt durch menschliches Versagen das Chaos der Selbstvernichtung ausgelöst werden kann.” – Godesberger Programm 1959

Nachtrag – es gibt noch ein Interview zum gleichen Thema:

Ein beachtenswertes Stück Privatfernsehen: RTL-Reporterin Antonia Rados im Gespräch mit Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad.

Original in der Mediathek