Die Vergangenheit ist nur ein Vorspiel

Im Rahmen des WDR 5 Literatursommers stellt Manfred Flügge auf der Lit.Cologne die Biographie von Stéphane Hessel vor.

Stéphane Hessel – ein glücklicher Rebell

„Als junger Mann war er aktiv in der Résistance, wurde von den Nazis gefasst, hat das KZ aber überlebt. Als französischer Diplomat stellte er danach sein Leben in den Dienst der Menschenrechte. Das Etikett “Rebell” bekam er mit über 90 Jahren. Anfang 2011 erschien seine Streitschrift “Empört Euch!”. In einem Rundumschlag prangert er darin die Missachtung der Menschenrechte an, verurteilt die Politik Israels im Gaza-Streifen und beklagt, dass der Finanzkapitalismus die Werte der Zivilisation bedroht. Der Autor Manfred Flügge begleitet Hessel seit Jahrzehnten und hat nun eine Biographie geschrieben.“

Quelle und Original

Hier können sie Ausschnitte dieser Veranstaltung nachhören:

Hier noch zum Gesamtverständnis das Buch von Stéphane Hessel – “Empört Euch!” zum Nachlesen:

In Zeiten von Facebook, You Tube und Iphone Apps bleibt es wohl nur noch 95jährigen Menschen vorbehalten, die aktuelle Politik in ihren Zusammenhängen schonungslos, wirklichkeitsnah und ohne Vorbehalte benennen zu können.

Schade!

Denn – die Vergangenheit ist nur ein Vorspiel – und die schlimmste Haltung ist die Gleichgültigkeit

“Schöpfung ist Widerstand – Widerstand ist Schöpfung”

Nachtrag – in der Süddeutschen ist ein Gastbeitrag von Charlotte Knobloch erschienen

Charlotte Knobloch war vom 7. Juni 2006 bis zum 28. November 2010 Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland. Vergleichen Sie bitte ihre Worte mit Stéphane Hessels Kritik:

Auszüge:

„Wir ertragen es, dass alternde Literaturnobelpreisträger mit SS-Vergangenheit ihre letzte Tinte dafür opfern, Deutschland und die Welt vor der kriegslüsternen Atommacht Israel zu warnen. Wir ertragen, dass obsessive Weltverbesserer dazu aufrufen, Produkte aus Israel zu boykottieren und Unterschriften sammeln, wohl wissend, dass sich kein Mensch für sie interessieren würde, wenn sie die humanitären Katastrophen in Gambia, Somalia, Weißrussland – jenseits der besetzten Gebiete anprangerten. Wir ertragen das Verständnis, das palästinensischen Selbstmordattentätern entgegengebracht wird, weil ihnen das Verhalten Israels ja keine Alternative lasse.

Wir ertragen, dass deutsche Parlamentarier auf von Terrorgruppen organisierten Schiffen anheuern, um öffentlichkeitswirksam Baustoffe und abgelaufene Medikamente in den Gaza-Streifen zu liefern. Ladung, die niemand braucht und die auch gar nicht ankommen soll, weil der angestrebte PR-Effekt nur dann eintritt, wenn die israelische Marine dem Treiben ein Ende setzt….“

„Beinahe mein ganzes Leben lang war und bin ich der Kritik der restlichen jüdischen Welt ausgesetzt. Seit sechs Jahrzehnten muss ich mich rechtfertigen, weil ich in Deutschland geblieben bin – als Überbleibsel einer zerstörten Welt, als Schaf unter Wölfen.“

Quelle und Original

Ich lasse dies unkommentiert, weil wohl das Selbstverständnis dieses Gastbeitrages für sich selber spricht.

Vergleichen Sie bitte dazu auch noch die Positionen von Evelyn Hecht-Galinski Tochter des 1992 verstorbenen Vorsitzenden des Zentralrats der Juden in Deutschland, Heinz Galinski.