Kollateralmord im Irak

Am 12. Juli 2007 wurden etwa ein Dutzend zivile Passanten – darunter die beiden Reuters-Mitarbeiter Saeed Chmagh und Namir Noor-Eldeen – in Bagdad von Bordschützen US-amerikanischer Apache-Hubschrauber mit 30mm-Bordmaschinenkanonen erschossen.

Lieutenant-Colonel Scott Bleichwehl, Sprecher der U.S.-Streitkräfte in Baghdad, erklärte dazu:

„There is no question that coalition forces were clearly engaged in combat operations against a hostile force.“

„Es steht außer Frage, dass die Streitkräfte der Koalition sich eindeutig in Kampfhandlungen gegen feindliche Kräfte befanden.“

Reuters forderte daraufhin die U.S.-Streitkräfte zur Untersuchung der gewaltsamen Todesfälle auf, wobei insbesondere folgende Punkte angesprochen werden sollten:

  • Eine Erklärung, warum die beiden Kameras konfisziert wurden.
  • Zugang zu Aufnahmen der Kameras des in den Vorfall verwickelten Kampfhubschraubers.
  • Zugang zu Funksprüchen zwischen den Hubschrauberbesatzungen und U.S.-Bodentruppen.
  • Zugang zu Berichten der am Vorfall beteiligten Einheiten, insbesondere eine Aufstellung aller am Tatort gefundenen Waffen.

Am 5. April 2010 veröffentlichte WikiLeaks im Rahmen einer Pressekonferenz die an Bord der Apache-Hubschrauber aufgenommenen Videoaufnahmen des Vorfalls. Das 38-minütige Video war von der Zielkamera der Bordkanone aufgenommen worden. Es zeigt mehrere Personen, die nach Auffassung der US-Soldaten AK-47-Sturmgewehre und eine Panzerfaust (RPG) trugen. Bei einigen der vermuteten Waffen handelte es sich um die Kameras der Journalisten. Die Bordkamera zeigt, wie das Feuer auf die Gruppe eröffnet wird. Etwa 12 Zivilpersonen, einschließlich der beiden Reuters-Mitarbeiter Saeed Chmagh and Namir Noor-Eldeen, werden getötet. Auch die Insassen eines Kleinbusses, der wenig später am Tatort vorfährt, werden beschossen, weil sie nach Einschätzung der Hubschrauberbesatzung versuchen, einen der Verletzten und dessen Waffen zu bergen. Zwei Kleinkinder, die sich in dem Bus befanden, überleben schwer verletzt.



“Darum fürchtet der Mensch, gewarnt durch die Zerstörungskriege und Barbareien seiner jüngsten Vergangenheit, die eigene Zukunft, weil in jedem Augenblick an jedem Punkt der Welt durch menschliches Versagen das Chaos der Selbstvernichtung ausgelöst werden kann.” – Godesberger Programm 1959

Wikileaks


In den Aussagen ebenbürtiges Material zu den Kampfeinsätzen in Afghanistan ist in Vorbereitung.

So verwundern auch nicht die folgenden Dokumente:

US-Geheimdienste versuchen WikiLeaks zu unterminieren

Am 15. März 2010 wurde ein Dokument bei WikiLeaks veröffentlicht, das beschreibt, warum amerikanische Geheimdienste (CIA) WikiLeaks als problematisch einschätzen und wie man WikiLeaks “zerstören” kann. Das Dokument beschreibt, dass die US-Geheimdienste die Mitarbeiter von WikiLeaks offenlegen wollen. Durch die Offenlegung der Mitarbeiterdaten erhofft man sich, dass das Vertrauen in WikiLeaks stark geschwächt wird und die Unterstützergemeinschaft zusammenbricht.

und:

US-Geheimdienst versucht öffentliche Meinung zu manipulieren

Am 26. März 2010 wurde ein CIA-Dokument bei WikiLeaks veröffentlicht, das mögliche PR-Strategien der amerikanischen Geheimdienste in Deutschland und Frankreich herausstellt, die die öffentliche Meinung bezüglich des Afghanistan-Einsatzes manipulieren sollen. In Frankreich zielen diese Strategien auf die Sympathie der Bevölkerung mit den Flüchtlingen und in Deutschland auf die Konsequenzen einer Niederlage (Drogen, Terror, Flüchtlinge) und auf die Beziehung zur NATO ab. Das geheime Dokument, das von der Gruppe CIA Red Cell geschrieben wurde, zeigt, dass die öffentliche Meinung in NATO-Mitgliedsländern manipuliert werden sollte.

Wikipedia - wikileaks