Weihnachtszeit - Spendenzeit

Wehe, ihr zahlt nicht mehr!

Die Globalisierung hat die Kirchen erreicht – was bedeutet Wirtschaftlichkeit im Glauben?
Bin ich kein Christ, wenn ich die Kirchensteuer nicht mehr zahle?
Und welche Rolle spielt die Kirche in unserer Gesellschaft heute? Bin ich ein schädliches Ärgernis, wenn ich nicht den Moralvorstellungen der Kirche entspreche, aber gläubig bin?

Zwei Beispiele für den Zerfall der kirchlichen Werte in Zeiten der Globalisierung:

Die Zeit hat es in diesem Artikel auf den Punkt gebracht:

Wehe, ihr zahlt nicht mehr!

„Kurz: Ich gehörte im Nu nicht mehr zur kirchlichen Glaubensgemeinschaft, ganz egal, ob ich bei jedem Sonntagsgottesdienst in der ersten Bankreihe kniete, keine Beichte ausließe, tätige Nächstenliebe übte, im Bekanntenkreis missionierte und auch sonst ein tiefgläubiger Mensch wäre. It’s the economy – selbst beim Glauben.“

„Wer in Deutschland aus der Organisation Kirche austritt, gehört auch nicht mehr zur Gemeinschaft der Gläubigen.
Im Umkehrschluss heißt das: Wer hier den katholischen Glauben praktizieren will, muss zahlen.“

Aber die Zeit hat dazu auch einen Lösungsansatz:

„Jeder Steuerzahler, egal, ob Mitglied einer Glaubensgemeinschaft oder nicht, widmet zusätzlich einen Anteil von etwa einem Prozent seiner Steuern einer gemeinnützigen Organisation. Das können auch die Kirchen sein, die umso mehr bekämen, je mehr sie sich um die Belange der ganzen Gemeinschaft verdient machen – anstatt sich, wie es konservative kirchliche Kräfte fordern, schrumpfend in sich selbst zurückzuziehen.

Eine solche Finanzreform könnte den zwei großen Kirchen genau jene Reformimpulse verleihen, die immer mehr Christen schmerzlich vermissen: Beteiligung, Glaubwürdigkeit, innerer Aufbruch. Ließen sich die Bistümer und Landeskirchen darauf ein, statt das Kirchensteuersystem zäh zu verteidigen, wäre das ein klares Signal dafür, dass die deutschen Kirchenoberen verstanden hätten: Beim Glauben geht es nicht zuerst ums Geld, sondern um Gott und die Menschen.“

Quelle und Original

Trotz aller Kirchenaustritte gibt es mit steigender Tendenz bei der Verschuldung der Kommunen eine uneingeschränkte Marktmacht der Kirchen als gemeinnütziger Arbeitgeber in vielen sozialen Einrichtungen – mit „besonderen Arbeitsbedingungen“.

Von kirchlicher Nächstenliebe ist bei den kirchlichen Einrichtungen in Sachen Behandlung der Mitarbeiter nicht mehr viel zu sehen. Da wird dann genau so hart saniert, als ob der Träger eine Heuschrecke wäre. Zudem ist die Finanzierung dieser Einrichtungen zu 100% in öffentlicher Hand, bei gleichzeitiger Sonderstellung des kirchlichen Trägers im Arbeitsrecht. Die Globalisierung lässt grüßen.

Gott hat hohe Nebenkosten – Doku über die Besonderheiten kirchlicher Arbeitgeber

Wie so etwas aussieht erfährt man hier – „Ein schädliches Ärgernis“.

Bernadette K. wurde als Leiterin eines katholischen Kindergartens entlassen, weil sie sich von ihrem Mann trennte und zu einem neuen Partner zog. Ehebruch. Ein Verstoß gegen die Loyalität zur ihrem Arbeitgeber, hatte die Kirche entschieden und ihr gekündigt. Wie Bernadette K. arbeiten weit über eine Million Menschen in sozialen Einrichtungen für die Kirchen – in Kindergärten, Krankenhäusern, Schulen und Altenheimen. Sie alle unterliegen einem besonderen Arbeitsrecht.

Erstmalig wurde nun die “Marktmacht” der katholischen Kirche in Königswinter gebrochen – die Eltern haben dem Kindergartenträger Katholische Kirche einfach gekündigt!

Das Beispiel zeigt anschaulich die Weltfremdheit – insbesondere der katholischen Kirche. Und es zeigt auf, dass es durchaus andere Handlungsmöglichkeiten gibt, Authentizität von den Kirchen einzufordern.

Ich bin seid dem 15. Lebensjahr aus der katholischen Kirche wegen ihrer lebensverachtenden Grundaussagen ausgetreten, handhabe aber die Verteilung von 2% meines jährlichen Einkommens getreu dem Zeit-Artikel. Ob mit oder ohne Spendenbescheinigung lasse ich diesen Betrag jedes Jahr den Strukturen in meinem persönlichem Umfeld zu Gute kommen, die sich nachvollziehbar gemeinnützigen Aufgaben widmen. Dabei habe ich zudem noch das Glück und die räumliche Nähe, die Entwicklung der Einrichtungen verfolgen zu können.

Spenden Sie also – gerne – und halten Sie Kontakt zu Ihren Projekten! Spenden Sie aber nicht, wenn Sie das Gefühl haben, dass sich die Organisation nicht um die Belange der ganzen Gemeinschaft verdient macht.