Muttis Leiharbeit

Nicht nur der Versandhändler Amazon sondern auch ehemals renommierte deutsche Unternehmen bedienen sich inzwischen legal diverser Konstruktionen letztendlich illegaler Arbeitnehmerüberlassung in Form von Werksverträgen zu Dumpingpreisen – mit Unterstützung der Arbeitsämter. Eine Reportage des SWR zur Leiharbeit bei Daimler.

„Gleiche Arbeit – weniger Geld. Die gute Beschäftigungslage in Deutschland hat eine Schattenseite, denn der sogenannte Niedriglohnsektor breitet sich zunehmend aus, das heißt: immer mehr Menschen können von ihrem Lohn nicht leben, auch wenn sie Vollzeit arbeiten.

Nach ARD-Recherchen werden mittlerweile sogar an den Fließbändern von großen Unternehmen Löhne gezahlt, die niedriger sind als der vielfach geforderte Mindestlohn von 8,50 Euro. Und dies trotz bestehender Tarifverträge, die der Stammbelegschaft bei gleicher Arbeit deutlich höhere Löhne zusichern. Tatsächlich arbeiten diese Menschen Hand in Hand mit der Stammbelegschaft, verdienen aber bisweilen so wenig, dass sie sogar einen Anspruch auf Aufstockung auf die Hartz-IV-Sätze haben.

Der Film “Hungerlohn am Fließband” geht diesem Phänomen auf den Grund und zeigt, wie Billiglöhner mittlerweile reguläre Arbeitsplätze ersetzen – teilweise zu weniger als der Hälfte des üblichen Tariflohns.“

Quelle und Original

Hungerlohn am Fließband – Wie Tarife ausgehebelt werden

In der ARD Mediathek

Politisch gewollt – Leiharbeit zu Dumpingpreisen

Nachschau der SWR-Reportage

Muttis „gute Beschäftigungslage in Deutschland“ hat schlicht und einfach den folgenden Hintergrund:

Ausgehend von einer „Agenda-Politik“ einer ehemaligen SPD unter Schröder, fortgeführt unter Schwarzgeld mit Merkel, hat sich seid 2002 eine gigantische Eigentumsverteilung zu Gunsten weniger Besitzender entwickelt, zu Lasten gerechter Steuerpolitik, zu Lasten gerecht bezahlter, und zum Lebensunterhalt ausreichender Arbeitsbedingungen, gesetzlich gewollt, unterstützt und gefördert. Immer mehr Menschen arbeiten schlicht und einfach in immer prekäreren Arbeitsverhältnissen, abhängig von einer Aufstockung auf die Hartz-IV-Sätze., abhängig von langen Zeitarbeitsverträgen, bei durchgängig immer niedrigeren Einstellungsgehältern, abgesegnet von entmachteten Gewerkschaften. Die Grundlagen eines Sozialstaates lösen sich damit auf.

Die Verantwortung für das Ausbluten unseres Sozialstaates, unseres Bildungssystems, aller Sozialkassen oder Sozialversicherungen, die finanzielle Handlungsunfähigkeit der Kommunen und letztendlich auch ein zunehmend wahrscheinliches Scheitern des Euros bedingen sich durch eine Politik, die unfähig ist, diese Zusammenhänge auch nur ansatzweise zu erkennen oder erkennen zu wollen. Eine Politik, die inzwischen sogar renommierte Unternehmen in Ihren letztendlich asozialem Praktiken moderner Sklavenarbeit und Gemeinwohl schädigender Steueroptimierung wissentlich unterstützt, und damit europäische Verhältnisse zwangsweise auf den Kopf stellen muss.

Diese Politik stellt nicht nur unseren Sozialstaat massiv in Frage, sondern beschleunigt entscheidend den Bruch mit unseren europäischen Nachbarn, weil die südlichen EU-Länder diese Leistungsbilanzdefizite beim besten Willen nicht auszugleichen vermögen. Verarmung und Verelendung, Massen – und Jugendarbeitslosigkeit ganzer Generationen sind die explosiven Folgen einer solchen „Wirtschaftsentwicklung“ der letzten zwei Jahre, zwangsweise einhergehend mit einem Hass auf deutsche Bevormundung durch diese Austeritätspolitik, der inzwischen in vielen EU-Staaten vorherrschend ist, und ein europäisches Völkerverständnis langsam aber sicher zerstört, und wahrscheinlich auch den Euro scheitern läßt.

Diese Politik spaltet, lässt Europa verarmen, und zerstört die sozialen Errungenschaften unserer Eltern, und zugleich die zukünftigen Grundlagen unser sozialen Handlungsfähigkeit!