Kafkaeske Prozesse - Wikipedia

Sapere aude

„Sapere aude ist ein lateinisches Sprichwort und bedeutet: “Wage es, weise zu sein!” Meist wird es in der Interpretation Immanuel Kants zitiert, der es 1784 zum Leitspruch der Aufklärung erklärte: „Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!“

Markus Fiedler – Die dunkle Seite der Wikipedia

Mit diesem Film fing es an.

Am 23.10.205 habe ich an Wikipedia per Email geschrieben:

Sehr geehrte Damen und Herren,

es ist bedauerlich, dass die eigentlich sehr hohe Qualität der Beiträge Wikipedias u.a. im Falle Daniele Gansers massiven Manipulationsbestrebungen unterliegen.

Dokumentiert ist der Fall hier:

http://www.youtube.com/watch?v=wHfiCX_YdgA

Ich bitte Sie daher, diesen Fall gemäß Ihrer eigenen Richtlinien nun offen zu diskutieren, und öffentlich Stellung zu den im Beitrag genannten manipulativen Administratoren und Sichtern (Phi und Kopilot, etc.) mit einseitiger Ausrichtung zu nehmen, respektive den Beitrag unter Ihren Quellenangaben zu führen.

In jedem Fall bitte ich Sie persönlich um eine kurze Stellungnahme, auch wenn inzwischen schon ein paar Änderungen erfolgt sind.

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Kleffmann



Prompt kam am selben Tag noch die Antwort:

Sehr geehrter Herr Kleffmann,

vielen Dank für Ihre Nachricht.

Bitte lesen Sie sich die Diskussionsseite unter https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Daniele_Ganser durch.

Mit freundlichen Grüßen

Oliver Koslowski
Wikimedia-Support-Team



Dazu habe ich am 24.10.2015 geantwortet:

Antwort auf Ihre Mail vom 23.10.2015 05:11:10 :

Guten Tag Herr Oliver Koslowski,

herzlichen Dank für Ihre Antwort, Sie schrieben:

>Bitte lesen Sie sich die Diskussionsseite unter https://de.wikipedia.org/wiki/Diskussion:Daniele_Ganser durch.<

Hab ich gemacht – und nun erst einmal vorab als Statement:

Ich bin kein Möchtegernbeschöniger, habe kein Interesse an einem Editwar mit Wikipedia, stamme nicht aus einem Sockenzoo, bin kein Ganserfanboy, aber vielleicht ein „Truther“.

Anders als Wikipedia traue ich mir nämlich nicht zu, die Ereignisse 9/11 mit den bisher vorliegenden Fakten abschließend zu beurteilen – neige hier aber eindeutig zum „Truther“.

Die selbstzufriedene Selbstgewissheit von einigen „Editoren“ auf Wikipedia erschrickt mich eindeutig:

„Das ist das Ärgerliche an Ganser: Er verknüpft Fakten und richtige Fragestellungen mit Dummfug und plumpen Gerüchten unter dem Label von “Friedensforschung” und “Aufklärung”. Das schwächt die Widerstandskräfte etwa für eine dringend nötige Energiewende gerade, weil man diese mit “Truthern” an der Seite nicht schaffen wird. Natürlich passt ihm die Schublade “Verschwörungstheorien” nicht, weil diese negativ auch auf den Faktenanteil seiner Arbeit abfärbt. Das hat er sich mit seiner manipulativen, antiaufklärerischen Verknüpfung aber selbst zuzuschreiben“ (Kopilot)

„Dummfug und plumpe Gerüchte“ – ein neutraler Standpunkt?

„Mit Verschwörungstheoretikern kann man freilich nicht ernsthaft diskutieren, da die sowieso nur ihre eigenen “Argumente” wahrnehmen.“ (EH)

„Keine ernsthafte Diskussion” – ein neutraler Standpunkt?

Ich zitiere nun mal die eigenen Grundsätze:

Wikipedia: Neutraler Standpunkt

Neutralität verlangt, dass die Standpunkte unvoreingenommen dargestellt werden. Dass alle Benutzer und alle Quellen zu bestimmten Standpunkten neigen (also eine eigene Meinung haben), schließt nicht aus, dass sich dennoch ein Artikel schreiben lässt, der alle diese – möglicherweise einander widersprechenden – Standpunkte im Artikel zusammenführt und korrekt beschreibt und der als Ganzes neutral ist. Dabei soll nicht so getan werden, als wären die Quellen unvoreingenommen, sondern es soll im Gegenteil verdeutlicht werden, dass es Meinungsverschiedenheiten gibt, beispielsweise durch die direkte Gegenüberstellung zu den anderen relevanten Sichtweisen.

Genau das würde ich mir wünschen, bin mir aber bewusst, in welchem Dilemma Wikipedia inzwischen bei allen nicht wissenschaftlich-fachlichen Beiträgen gelandet ist. Belegt ist mit geduldeten Quellenangaben wie im Falle Gansers verständlicher Weise in der Regel fast immer nur noch der Mainstream – Wikipedia ist bei diesen Themen durch die eigene Richtlinie bestimmt somit nichts anderes mehr, als die einfache Bestätigung des Mainstreams – und das kann ich mir sparen. Die direkte Gegenüberstellung anderer relevanter Sichtweisen findet oft nicht mehr statt, oder wird offensiv durch die Mainstream bestimmte Bearbeitung zensiert. Sehr schade!

Ich verlasse an dieser Stelle Daniele Gansers Eintrag, und möchte zur Veranschaulichung meiner Kritik auf diesen Erfahrungsbericht von Katrin McClean hinweisen:

Kafkaeske Prozesse

„In seiner Gesamtwirkung ist das Diffamierungsvokabular des wikipedianischen Gesinnungsprangers politisch unglaublich wirksam, weil es bei jedem, der sich ernsthaft für Frieden einsetzt, wenn nicht in allen, so doch mindestens in ein oder zwei Punkten zutreffen muss.

Zahlreiche Künstler, Wissenschaftler und Publizisten stehen derzeit bei Wikipedia an solchen Gesinnungsprangern, und werden so mehr oder weniger stark in ihren Wirkungsmöglichkeiten geschwächt. Freiberuflern kann das im schlimmsten Fall die Karriere zerstören, da ihre Auftraggeber das Vertrauen in sie verlieren.

Es erscheint mir unrealistisch zu glauben, dass all diese diffamierenden Artikel, deren Wortlaut bzw. Argumentationsmuster sich so auffällig gleichen, nur durch das spontane Wirken von Einzelakteuren entstanden sind.

Ebenso habe ich große Zweifel, dass die deutsche Wikipedia, die neben all ihren freiwilligen „Benutzern“ auch ein paar hauptamtliche Administratoren beschäftigt, so gar nichts von diesem Treiben wissen sollte. Ob es hier nur um stillschweigende Duldung oder ein aktives Einwirken geht, mag ich nicht beurteilen.

Am meisten erschreckt mich das unglaublich diktatorische und respektlose Verhalten, das mir während meiner Artikel-Diskussion begegnet ist. Ich wurde bedroht, eingeschüchtert und verhöhnt, auch permanent geduzt, während ich konsequent siezte. Die Vorgehensweise gleicht meiner Meinung nach völlig jener Struktur der verdeckten Gewalt, die Kafka im Vorfeld des Ersten Weltkrieges beschrieb. Wenn anonyme Kräfte Friedensaktivisten an öffentliche Gesinnungspranger stellen, dann sind nicht nur Meinungsfreiheit und Demokratie gefährdet. Dann wird vor allem auch das Entstehen einer breiten Friedensbewegung mit erschreckend wirkungsvollen Mitteln bekämpft. Und das sollte uns doch vielleicht ein Warnsignal sein.“

„Die Wikipedia ist für mich inzwischen so etwas wie die virtuelle Ausgabe des Gerichtsgebäudes aus Kafkas Prozess. Zumindest habe ich gespenstisch viele Parallelen zu spüren bekommen.“

Quelle und Original:
http://le-bohemien.net/2015/09/19/wikipedia-katrin-mcclean/

Und es stimmt – kontrollieren Sie bitte selber.

Es gibt immer noch den Link zur Taz:
Christian Jakob: Neurechte Friedensbewegung: Tausend Mal berührt, Taz, 13. März 2015

Und damit zur Querfront-Studie – mehr als umstritten, und zeitweilig auch juristisch zurückgezogen, inzwischen so unwissenschaftlich wie zuvor verfügbar. Kein Wort von Wikipedia dazu!

Ich ende damit – und hoffe, Sie haben die Intention begriffen.

Ich werde Wikipedia in Bezug auf gesellschaftliche Themen in Zukunft mit offenen Augen betrachten, und mir auch überlegen, inwieweit eine finanzielle Unterstützung noch gerechtfertigt ist.

Die Grundidee zur freien Enzyklopädie ohne Manipulation unterstütze ich nach wie vor uneingeschränkt! Klären Sie bitte intern Ihre eigenen Missverhältnisse auf!

Mit freundlichen Grüssen

Andreas Kleffmann

Das Gerichtsgebäude aus Kafkas Prozess



Die Antwort von Wikipedia erfolgt wie immer promt – 24.10.2015 03:16:11

Guten Tag Herr Kleffmann,

das mag alles so sein oder auch nicht – wir als Support-Team sind inhaltlich nicht mit den jeweiligen Artikeln befasst und insofern kein geeigneter Diskussionspartner.

Mit freundlichen Grüßen

Guntram Seybold
Wikimedia-Support-Team

Damit ist die Diskussion wohl beendet – und Wikipedia zumindest für mich als Informationsquelle für gesellschaftliche Themen zunehmend diskreditiert!

Wo es zwangsläufig hinführen wird - Der Fall Pirinçci

Hexenjagd auf Historiker - SPD, Jusos, Wittener Bündnis90/Die Grünen, Piratenpartei NRW

“Ihr zelebriert ganz offen die totalitäre Verdummung! Schämt Euch!”

„Du sollst nicht Gedanken, sondern denken lernen!“

Immanuel Kant

Nachtrag

Dr. Daniele Ganser im RT Deutsch-Interview: Die dunkle Seite der Medien

Der Piratenpartei Ennepe-Ruhrkreis ist ihr neoliberales Engagement zu Dr. Daniele Ganser ziemlich um die Ohren geflogen, folgt man den Kommentaren:

Neoliberales Engagement

Nettester Kommentar dazu:

„Ihr seid nicht nur feige, sondern auch faschistoid und rassistisch. Unfassbar in welchem Maße Ihr euch einer 3. Reich Ideologie nähert.“

Ich würde sagen – manch kleine Partei stört leider tatsächlich eine ernstgemeinte Wahrheitsfindung und notwendige demokratische Prozesse, namentlich Herr Chris J. Demmer und Herr Stefan Borggraefe, wenn sie einfach solch unbelegten Unsinn von sich gibt. Das gilt sinngemäß allerdings für die SPD/Jusos und die Grünen/Wittener Bündnis 90 gleichermaßen.

„Das Publikum, das sich von Gansers Thesen angesprochen fühlt, dürfte dementsprechend zum größten Teil aus PEGIDA- und AfD-Anhängern und einem irrlichtenden Verschwörungstheoretikermilieu bestehen.“

Mit solchen Aussagen bin ich eigentlich froh, dass es bald eine 2,5% Hürde für kleine Parteien in NRW gibt.

Wie zitiert Ken Jebsen so schön:

“In der Masse sinkt der Verstand mit der Anzahl der Versammelten.”

Gustave Le Bon

Hoffnungsvolles Statement – Universität Witten-Herdecke:

“Der Dekan der Fakulät für Kulturreflexion, Professor Dirk Baecker, und Seminarleiter Dr. David Hornemann-von Laer beschrieben in einem Telepolis vorliegenden Antwortschreiben die Universität als Ort der lebendigen Auseinandersetzung auch mit abweichenden Meinungen. Genau das heiße Forschung und Lehre. Es gäbe keine wissenschaftlichen Entdeckungen, wenn Wissenschaftler nicht gegen die herrschende Meinung auf ungewöhnliche Phänomene, Erklärungslücken, methodische Fehler und sogenannte Anomalien in Theorien aufmerksam machen würden.”

“Die Universität sei ein Ort der Erkenntnissuche und kein Ort des Dogmas.”

Liebe Piraten im Ennepetal – geht jetzt einfach nach Hause, und spielt ein paar Runden Ego-Shooter!

Vielleicht ist es den Herren Demmer und Borggraefe danach möglich, wenigstens ein Entschuldigungs-Statement an die Universität Witten-Herdecke und Herrn Dr. Daniele Ganser zu formulieren, und auf der eigenen Webseite einzustellen.

Liebe Wikipedia,

ist Eure “freie Enzyklopädie” somit nun tatsächlich ein Ort des Dogmas, oder rafft Ihr Euch damit zu einer Stellungnahme auf?

Eine Antwort gab es auch:

Guten Tag Herr Kleffmann,

sie scheinen nicht zu verstehen: Es gibt hier kein “ihr”. Es gibt nur einzelne Meinungen einzelner Wikipedia-Benutzer, Wikipedia insgesamt ist und hat keine Führungsebene, die für andere sprechen könnte. Und wenn es eine solche “Führungebene” gäbe, würden die allermeisten Autoren Wikipedia schnell verlassen, denn wer lässt sich als unbezahlter Ehrenamtler schon gern von anderen sagen, was man zu tun hat.

Ich kann Ihnen gerne meine persönliche Meinung zum Thema mitteilen, wenn Ihnen das hilft. Diese ist, dass sich eine Menge Leute ohne allzugroße Sachkenntnis und ohne jede Kenntnis der Strukturen und Möglichkeiten von Wikipedia vor den Karren von Herrn Ganser haben spannen lassen. Was mich unsicher macht, ob ich da jetzt den Kopf schütteln oder Mitleid haben soll.

Mit freundlichen Grüßen

Guntram Seybold
Wikimedia-Support-Team

Herzlichen Dank, zumindest Ihnen, Herr Seybold – ich habe nun verstanden.

Digitaler Maoismus - Jaron Lanier

„Ein Kollektiv auf Autopilot kann ein grausamer Idiot sein, wie uns die Ausbrüche maoistisch, faschistisch oder religiös geprägter Schwarmgeister immer wieder vorgeführt haben.“

“Es ist mittlerweile ganz wichtig, dass die Menschen in unserer Gesellschaft erkennen, dass das Internet nicht allein ein Medium der Freiheit ist, sondern dass es auch ein Macht- und Überwachungs-Instrument ist und es jeden einzelnen von uns betrifft. Es ist ganz wichtig, die Menschen aufzurütteln. Das tut Jaron Lavier in für uns vorbildlicher Weise.” (Felicitas von Lovenberg zu Jaron Lanier – Friedenspreis des Deutschen Buchhandels)

Kollektiv auf Autopilot

Was mich nicht unsicher macht ist, ob ich da jetzt den Kopf schütteln oder Mitleid haben soll, sondern die o.g. Ausbrüche maoistisch, faschistisch, religiös, oder wie auch immer geprägter Schwarmgeister einfach auch so benenne.

Wikipedia sieht das natürlich anders:

Guten Tag Herr Kleffmann,

für das “dümmer werden” ist das schlecht gemachte und in jeder Hinsicht tendenzielle Video und seine Verfechter ja gerade das beste Beispiel. Im Gegensatz zu derartigem Propagandamaterial findet in Wikipedia eine lebhafte Diskussion über die Causa Ganser statt. Insofern bleibt es bei mir beim Kopfschütteln.

Mit freundlichen Grüßen

Guntram Seybold
Wikimedia-Support-Team

Hier noch ein wenig “Propagandamaterial” – Our future – Equality

“Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.”

Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach

Bei mir bleibt es nun auch einfach beim Kopfschütteln.

Wahnsinn der Meinungsdiktatur ideologisch gepägter Schwarmgeister

Noch einmal:

“Was nennen die Menschen am liebsten dumm? Das Gescheite, das sie nicht verstehen.”

“Sieht sich die weltweite Enzyklopädie made in USA etwa als stille “moralische Hochdruckkammer”, um öffentliche Personen abzustrafen, die an der gegenwärtigen Militärpolitik der NATO unter US-amerikanischer Führung öffentliche Zweifel anmelden. Die auffällige Häufung diffamierender Artikel spräche dafür.”

Telepolis - Der Info-Krieg auf Wikipedia

Die Qualität der Medien im digitalen Zeitalter

Macht und Ohnmacht, Lobbyismus und Kriegstreiberei, Idiotie und Egoismus

Schwarmintelligenz aktuell – schizophren, zynisch, abartig.

Das Märchen vom heiligen Mark Zuckerberg

Schizophren, zynisch, abartig.