Afghanistan – Kriegstagebuch

Wikileaks hat fast 92.000 geheime amerikanische Militärdokumente über den Afghanistan-Krieg veröffentlicht

Kriegstagebuch Wikileaks


Reaktionen der Presse:

TAZ


„Was jetzt dank Wikileaks aus den Geheimakten der US-Armee öffentlich geworden ist, zeigt: In Afghanistan gibt es nicht einen Krieg, es gibt zwei Kriege. Der eine ist für die Öffentlichkeit im Westen bestimmt: Es ist der militärisch geschützte Wiederaufbau und der Kampf gegen den Terror, den die Parlamente der beteiligten Nationen regelmäßig aufs Neue absegnen….

Die Militärs des ersten Kriegs unterstützen die des zweiten. Sobald US-Spezialkräfte mit unbekannter Agenda auf Flugplätzen der Bundeswehr einschweben, verlangen und erhalten sie logistische Hilfe. Dabei gibt es nur ein Problem: Deutsche Soldaten sind an parlamentarische Beschlüsse gebunden. Der Auftrag, den die Bundeswehr bekommen hat, sieht nicht vor, der US-Armee bei geheimnisvollen Operationen zur Hand zu gehen, deren Informationsbasis, Ziele und Mittel unkontrollierbar sind.“

Die Zeit


„Dokumente der Vergeblichkeit: Die jetzt veröffentlichten Protokolle zeigen, wie die Nato in Afghanistan langsam untergeht…..

Der Krieg ist nicht außer Kontrolle geraten, er hat sich atomisiert. Aus tausend dunklen Quellen bezieht er seine Kraft und unterspült die Fundamente des Hauses Afghanistan.“

Tagesspiegel


„Zwei Kriege, einer vom anderen hermetisch getrennt. Der eine unter international beschlossenen Mandaten. Der andere von Schaltstellen im Pentagon geführt. Sollten die „beiden Kriege“, deren Aktionen oft widersprüchlich scheinen, dennoch miteinander abgestimmt sein, ließe das einen anderen Schluss zu: Die afghanischen Akteure werden in einem klassischen Teile-und-herrsche-Szenario gegeneinander ausgespielt, um den langfristigen militärischen Einfluss der Nato in der Region zu sichern.“

Zum Nachlesen hier noch zwei ältere Manuskripte von Marc Thörner zum Thema

Marc Thörner (46) ist freier Journalist und in Afghanistan häufig im Auftrag der ARD-Rundfunkanstalten unterwegs gewesen. Teilweise war er bei verschiedenen Armeen „eingebettet“, reiste aber auch, als einer der wenigen westlichen Journalisten, unabhängig durchs Land. Für eine Afghanistan-Reportage erhielt er 2009 den Otto-Brenner-Preis für kritischen Journalismus. Im Frühjahr 2010 erschien sein Buch „Afghanistan-Code. Eine Reportage über Krieg, Fundamentalismus und Demokratie“.

Die Grenze –
Zwischen Pakistan und Afghanistan teilt sich die Welt
Autor: Marc Thörner

Manuskript zur Sendung vom Dienstag, 12.06.2008, 20.03 Uhr, SWR 2


Nebel am Hindukusch
Eine Reise zu den deutschen Truppen in Afghanistan
Autor: Marc Thörner

Manuskript zur Sendung vom Dienstag, 12.12.2006, 19.15 - 20.00 Uhr, Deutschlandfunk


In diesem Manuskript erinnert Marc Thörner an Außenminister Steinmeier:

O-Ton Außenminister Steinmeier im Bundestag:

„Wahr ist am Ende dann auch: Es hatte auch Gründe jenseits des Humanitären, dass wir den gefahrvollen Weg nach Afghanistan angetreten sind.“

Autor:

Was liegt eigentlich jenseits des Humanitären?

Dank Wikileaks wissen wir das nun – der von den Schaltstellen des Pentagon geführte Krieg.

„Die Streitkräfte müssen der politischen Führung durch die Regierung und der Kontrolle durch das Parlament unterstellt sein. Zwischen den Soldaten und allen demokratischen Kräften des Volkes muß ein Verhältnis des Vertrauens bestehen. Der Soldat bleibt auch in Uniform Staatsbürger. Die Streitkräfte dürfen nur der Landesverteidigung dienen.“ Godesberger Programm 1959