Atommüll - Gorleben

Seit mehr als 30 Jahren kämpfen die Bewohner des Wendlands gegen die Einichtung eines Endlagers für Atommüll in der Nähe des Dorfes Gorleben. Die folgende Chronik ist eine Übersicht über die Ereignisse seit dem Beginn der Protestbewegung.

“Die Entscheidungen für Atomenergie, die von wenigen Menschen getroffen wurden und Auswirkungen für Millionen von Jahren haben, sind unverantwortlich und anmaßend. Das ist der Grund, warum wir die Anti-Akw-Proteste nicht nur dokumentieren, sondern uns selbst und unsere Bilder als einen Teil dieses Protests verstehen.”

Was heute in den deutschen Atomkraftwerken an Atommüll entsteht, wird noch in Millionen von Jahren radioaktiv strahlen – eine sichere Lagerung für diesen langen Zeitraum kann es unmöglich geben. Deshalb wehren sich die BewohnerInnen des Wendlands seit über 30 Jahren vereint gegen die Lagerung radioaktiven Mülls vor ihrer Haustür. Angesichts der Laufzeitverlängerung für Atomkraftwerke soll das Projekt www.inamillionyears.com auf die Problematik der Lagerung aufmerksam machen.

Vier bekannte deutsche Fotografen: Andreas Herzau, Christian Jungeblodt, Michael Meyborg und Daniel Rosenthal dokumentieren die Protestkultur und sind vor Ort, wenn der nächste Castor mit strahlendem Müll im November 2010 ins Endlager Gorleben rollt.

Unter der Regie des Filmemachers Lukas Thiele werden täglich kurze Multimediafilme mit den Bildern der drei Fotografen auf der Homepage „www.inamillionyears.com” bereitgestellen. Unter anderem mit den Bildern aus dem Archiv von Michael Meyborg, der über 20 Jahre lang den Widerstand im Wendland dokumentiert hat, wird vorab eine kleine Chronik des über 30 Jahre währenden Widerstandes als Multivision produziert werden.

Chronik – drei Jahrzehnte Widerstand. Gorleben – ein Rückblick

Webseite zum Filmthema



Neben der Chronik – hier nun die Realitäten zu Gorleben:

Atomklo Gorleben – die Lügen vom sicheren Endlager
Panorama – Die Reporter am 05. Mai 2010

Bislang droht der nationale Atommüll allein in Niedersachsen zu landen. Dabei ist bekannt, dass die süddeutsche Region mit ihrem besonderen Tongestein möglicherweise geeignet wäre für ein Endlager.

Eine verschlafene Kleinstadt in Baden-Württemberg. NDR-Chefreporter Christoph Lütgert hat eine einfache Frage an Schwaben und Badener: “Was würden Sie sagen, wenn man in Ihrer Gegend Atommüll einlagern würde?”. Die Reaktionen reichen von Kopfschütteln bis hin zu blanker Ablehnung. “Von der Idee halte ich nichts”, sagt der Bürgermeister. “Es gibt doch das Gorleben!”, sagt ein Marktverkäufer.

Dabei wissen hier alle, dass die süddeutsche Region mit ihrem besonderen Tongestein möglicherweise geeignet wäre für ein Endlager. Doch bislang droht der nationale Atommüll allein in Niedersachsen zu landen. Gorleben ist der einzige Standort, der für hochradioaktiven Atommüll überhaupt erkundet und testweise ausgebaut wird. Die Politik verweigert jegliche alternative Bohrungen. Und das, obwohl es längst massive Zweifel an der Eignung von Gorleben gibt. Und so droht der Norden zum Atomklo der Republik zu werden.

Atomklo Norddeutschland: Warum der Süden verschont bleibt 1/3

Atomklo Norddeutschland: Warum der Süden verschont bleibt 2/3

Atomklo Norddeutschland: Warum der Süden verschont bleibt 3/3

Bereits ein Jahr bekannt: – Thema Endlagerung
Desaster Atommüll – Die Lügen vom sicheren Endlager
Panorama – Die Reporter vom 02. September 2009

Wohin mit dem Atommüll? Die Zeitungen sind voller Schlagzeilen über den Endlager-Streit. NDR Chefreporter Christoph Lütgert geht auf Spurensuche. Er steigt in die Schächte des niedersächsischen Skandallagers Asse hinab und besucht die verzweigten Tunnel des Endlagers Morsleben. Er bekommt Tausende Atomfässer zu Gesicht und Kammern voller Strahlenlast.

Dramatisch seine Eindrücke in der Asse: eindringendes Wasser, einsturzgefährdete Stollen, Stahlträger, die sich unter der Last des Berges verbiegen. Die bisherigen Versuche, Atommüll sicher einzulagern, sind erschütternd. Schon heute gelten die bisherigen Teststandorte als nukleare Zeitbomben.

Desaster Atommüll – Die Lügen vom sicheren Endlager 1/3

Desaster Atommüll – Die Lügen vom sicheren Endlager 2/3

Desaster Atommüll – Die Lügen vom sicheren Endlager 3/3

Aktuelle Tatsachen – das eigentlich verbrannte Gorleben
Gas- & Kondensat-Vorkommen im Salzstock Gorleben

Eine weitere, eigentlich lange bekannte Lüge zur Sicherheit des Standortes Gorleben dokumentiert die Pressekonferenz von Greenpeace vom 02.11.2010, hier im Ausschnitt:

Link zu den Akten - Gasvorkommen in Gorleben



Und weiter aktuell:
Apokalypse Gorleben – die Lügen vom sicheren Endlager
Panorama Mittwoch, 03. November 2010

Wohin mit dem Atommüll? Reporter Christoph Lütgert begibt sich auf die Spuren eines Desasters. Seit Jahrzehnten produzieren deutsche Kernkraftwerke Strahlenmüll. Doch noch immer gibt es kein Endlager dafür. Die Politik will derzeit allein den niedersächsischen Standort Gorleben erkunden. Dabei wird die Eignung von Gorleben längst von zahlreichen Experten bestritten. Alternative Bohrungen, zum Beispiel auch in Süddeutschland, werden verweigert.

Auch die Zweifel am geplanten Atom-Endlager Gorleben werden deshalb immer lauter. Lütgerts Recherchen belegen: Gefahren wurden auch hier offenbar immer wieder verdrängt, Zweifel beiseite geschoben. Der Kieler Geologe Prof. Klaus Duphorn, der vor Jahrzehnten in einem Gutachten Zweifel an der Eignung von Gorleben geäußert habe, spricht in “Panorama – die Reporter” davon, er sei bedrängt worden, damit er sein negatives Votum ändere. Der Leiter des Instituts für Geowissenschaften der Universität Jena, Prof. Gerhard Jentzsch sagt, er sehe die Gefahr, das Wasser von außen einfließen und Radioaktivität in die Umwelt gelange könne. Gibt es eine Lösung für unseren Atommüll?

Apokalypse Gorleben – die Lügen vom sicheren Endlager – Teil 1/2

Apokalypse Gorleben – die Lügen vom sicheren Endlager – Teil 2/2

Betrachtet man das Beispiel der Schweiz in Bezug auf die Endlagerstätten des Atommülls in diesem Beitrag, so kann man in Deutschland vorrangig nur eine einzige Aufgabe ausmachen:

Die unmittelbare Entsorgung der jetzigen Bundesregierung!

“Freiheit und Demokratie in der industriellen Gesellschaft sind nur denkbar, wenn eine ständig wachsende Zahl von Menschen ein gesellschaftliches Bewußtsein entwickelt und zur Mitverantwortung bereit ist. Ein entscheidendes Mittel dazu ist politische Bildung im weitesten Sinne. Sie ist ein wesentliches Ziel aller Erziehung in unserer Zeit.” – Godesberger Programm 1959