Wendland - 3 Tage Widerstand

Die Castoren sind unterwegs: der Zug mit den Atommüllbehältern startet am Freitag, 5. November aus Frankreich in Richtung Gorleben. Währenddessen versammeln sich in Lüchow Schüler und Schülerinnen zu einer Demonstration, reisen Menschen aus ganz Deutschland ins Wendland um hier gegen die Atompolitik der Bundesregierung zu protestieren. Die kurzen Filme zeigen Eindrücke des Tages und lassen die Menschen vor Ort zu Wort kommen.

Das Projekt www.inamillionyears.com findet im November 2010 im Wendland statt. Vier bekannte deutsche Fotografen – Andreas Herzau, Christian Jungeblodt, Michael Meyborg und Daniel Rosenthal – dokumentieren den Protest der Bevölkerung gegen Atomkraft uns insbesondere gegen die Lagerung radioaktiven Mülls im Wendland. Aus den Fotos werden zusätzlich kurze Filme produziert und auf der Website des Projektes veröffentlicht.

„Die Entscheidungen für Atomenergie, die von wenigen Menschen getroffen wurden und Auswirkungen für Millionen von Jahren haben, sind unverantwortlich und anmaßend. Das ist der Grund, warum wir die Anti-Akw-Proteste nicht nur dokumentieren, sondern uns selbst und unsere Bilder als einen Teil dieses Protests verstehen.”

Andreas Herzau
Christian Jungeblodt
Michael Meyborg
Daniel Rosenthal
Lukas Thiele


Castoren unterwegs – Tag 1 im Wendland

„Die Atompolitik ist das jüngste Beispiel dafür, wie sehr sich die Politik von Bürgern und Bürgerinnen abzusetzen scheint. Die Verlässlichkeit in politischen Entscheidungen scheint einer sich an tagesaktuellen Ereignissen orientierenden Beliebigkeit und einer zu großen Nähe zur Wirtschaftslobby gewichen zu sein.“

Konrad Freiberg
Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei
in einer Pressemitteilung


Aus ganz Deutschland – Tag 2 im Wendland

„Wir haben uns hier etwas aufgebürdet, wo wir bis heute nicht wissen, wie wir wirklich sicherstellen können, dass zukünftige Generationen vor diesen großen Gefahrenpotentialen auch geschützt werden.“

Wolfram König
Präsident des Bundesamtes für Strahlenschutz
im NDR über die Lagerung von Atommüll


Auf den Gleisen – Tag 3 im Wendland

„Für mich ist heute noch jedes Atomkraftwerk eine schlafende Atombombe. Wenn ein Flugzeug abstürzt oder ein Atomreaktor eine Panne hat, wird immer gefragt: Menschliches oder technisches Versagen? Dabei gibt es nur eine Antwort: Menschliches! Wir haben die Technik doch erfunden, und jetzt verstecken wir uns dahinter.“

Enoch zu Guttenberg
Dirigent und Umweltschützer
im Interview mit dem Magazin Cicero

“Das ist der Widerspruch unserer Zeit, daß der Mensch die Urkraft des Atoms entfesselte und sich jetzt vor den Folgen fürchtet; daß der Mensch die Produktivkräfte aufs höchste entwickelte, ungeheure Reichtümer ansammelte, ohne allen einen gerechten Anteil an dieser gemeinsamen Leistung zu verschaffen; daß der Mensch sich die Räume dieser Erde unterwarf, die Kontinente zueinander rückte, nun aber in Waffen starrende Machtblöcke die Völker mehr voneinander trennen als je zuvor und totalitäre Systeme seine Freiheit bedrohen.” – Godesberger Programm 1959

Nachtrag:

Demonstriert wurde nachweislich, auch nach Aussagen der Polizei, überwiegend friedlich, nun schauen Sie sich aber einmal an, was manche Journalisten daraus zu machen wissen:

Mediathek ARD