Die vorgeführten Staaten von Amerika - Wikileaks

Wikileaks und die US-Depeschen

Am 28. November 2010, 18:28 Uhr heißt es:

„Vor der Veröffentlichung von hunderttausenden Dokumenten des US-Außenministeriums ist die Enthüllungswebsite Wikileaks nach eigenen Angaben Ziel einer Cyber-Attacke geworden. Die Website sehe sich einem so genannten Denial-of-Service-Angriff ausgesetzt, erklärte Wikileaks am Sonntag über den Kurzmitteilungsdienst Twitter. Bei solchen Angriffen werden Websites gleichzeitig mit Unmengen von Anfragen bombardiert, um sie durch Überlastung zum Zusammenbruch zu bringen.“

Quelle - Stern

Hier offenbart sich, was künftig allen kritischen Webseiten droht, wenn sich diese ernsthaft den Verzweifelten Staaten von Amerika in den Weg stellen – Blockierung oder Abschaltung!

Waren die Veröffentlichungen der Kriegsprotokolle aus Afghanistan und aus dem Irak über Wikileaks für die USA, ob der inzwischen hinlänglich bekannten Menschenrechtverletzungen noch tolerierbar (da sie im wesentlichen nichts Neues, dafür aber das barbarische Selbstverständnis der Supermacht in unzähligen Einzelfällen dokumentierten), so hatte bereits die angekündigte Veröffentlichung der US-Depeschen im Vorfeld für einige Aufregung gesorgt. Hier geht es nun um die Selbstdarstellung der Verzweifelten Staaten, und mit der internen Bewertung der amerikanischen Diplomaten kommt der Rest der Welt einfach nicht besonders gut weg! Insofern versuchte man auch im Vorfeld diplomatisch abzuwiegeln, und deshalb ist die Wikileaks-Seite nun wohl nicht erreichbar.

Spiegel Ausgabe 48

Die Internetgemeinde war aber schneller – selbst als die Printmedien – insofern macht die Attacke auf Dauer keinen Sinn. Der Spiegel wollte ab 22.30 heute mit den Informationen zur Ausgabe 48 enthüllen, wie Amerika die Welt sieht.

Durch eine bereits in Basel am heutigen Nachmittag vorliegende Ausgabe der Nummer 48 des Spiegels wurden über Twitter die ersten Aussagen viel früher publik:

SPIEGEL: “Im Visier der Supermacht”

• #Wikileaks SPIEGEL: “Seehofer wusste nicht, daß 20000 der 40000 in Deutschland stationierten US-Soldaten in Bayer sind” vor ungefähr 2 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “US-Diplomaten haben besonders von Landespolitikern keine hohe Meinung” vor ungefähr 2 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Einflussreicher CDU-Mitarbeiter aus Parteizentrale trägt Bezeichnung “Bitte schützen” vor ungefähr 2 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Truppenerhöhung in Afghanistan scheiterte an Westerwelle!” vor ungefähr 2 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL:“Guttenberg über Merkel: “Sie ist beim Thema Wirtschaft nicht durchsetzungsfähig genug!” vor ungefähr 2 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL:” Karl-Theodor zu Guttenberg Hoffnungsträger der USA, aussenpolitischer Experte, Transatlantiker, und Freund der USA” vor ungefähr 2 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Angela Merkel wird intern “Teflon” genannt, weil alles an ihr abgleitet” vor ungefähr 3 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL:“Merkel hält sich lieber im Hintergrund, bis die Kräfteverhältnisse klar sind” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Horst Seehofer halten die USA für einen unberechenbaren Politiker mit begrenztem Horizont” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Merkel unter Druck beharrlich, aber meidet das Risiko und ist selten kreativ” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “ Analyse Merkels vor Treffen Baden-Baden 2009: ist methodisch, rational und pragmatisch.” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Obama immun gegen Merkels Bezirzungsversuche” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Merkels Verhältnis zu Bush besser als zu Obama” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Obamas Blick richtet sich eher über den Pazifik als über den Atlantik” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Obama keine emotionale Beziehung zu Europa” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “USA stellt Frage einer G2-Weltordnung zweier Supermächte, EU + Deutschland untergeordnete Rolle” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Europa für USA nicht mehr so wichtig, China stellt nun neue Gefahr für Weltmachtsposten” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Westerwelle gegen atomare Waffen in Deutschland” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Merkels Dominanz zum Vorteil der US-Interessen” vor ungefähr 4 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Washington sieht Kanzleramt als besseren Ansprechpartner” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Westerwelle NO Genscher” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Westerwelles Reizbarkeit in Bezug auf die USA …ließe sich durch Aufmerksamkeit…als Aussenminister glätten…” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: Westerwelle nur Außenminister wegen Bindung an Posten des Vizekanzlers” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Washington bewertet Guido Westerwelle kritisch wie keinen zweiten dt. Politiker” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Dirk Niebel als Entwicklungsminister = sonderbare Wahl” :-) vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Karl-Theodor zu Guttenberg “Enger und bekannter Freund der USA” klagt über Merkel und schwärzt Westerwelle an” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Amerika….weiß mehr über Geheimnisse d. dt. Politik als viele dt. Politiker”… vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: “Informantennetz der USA bis in die Bundesländer” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks Informant in FDP: “junger, aufstrebender Parteigänger” vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks SPIEGEL: USA haben Spitzel in der FDP :-) vor ungefähr 5 Stunden via web

• #Wikileaks Spiegel Titel: ENTHÜLLT Wie Amerika die Welt sieht. Die Geheim-Berichte des US-Aussenministeriums vor ungefähr 6 Stunden via web

• #Wikileaks Der Spiegel zu früh am Badischen Bahnhof Basel!!! Mal schaun was da steht….:-)

Twitter - Quelle



Inzwischen ist der Spiegel selbst Online verfügbar:

Heft 48/2010

Enthüllt: Wie Amerika die Welt sieht – Die Geheim-Berichte des US-Außenministeriums

Titelgeschichten:

“Teflon”- Merkel und der überschäumende Westerwelle – Amerikas Psychogramme deutscher Politiker

Interview mit Philip Murphy, dem amerikanischen Botschafter in Deutschland, über Merkel, Westerwelle und die Diplomatenberichte

Die deutsch- amerikanischen Verhandlungen um die Aufnahme von Guantanamo- Häftlingen

Die geheimen Depeschen des State Department – über 251.000 Dokumente offenbaren Amerikas Sicht auf die Welt

Außenministerin Hillary Clinton fordert Spionagedienste von ihren Diplomaten

Botschaftsdokumente zeigen die Sorge arabischer Machthaber wegen Iran

US- Diplomaten zeichnen ein düsteres Bild des türkischen Premiers Erdogan

Spiegel - Ausgabe 48



Zum Titel des Spiegels finden Sie ebenfalls ein Video vom Spiegel – ein ungeschminkter Blick auf die Weltpolitik der Verzweifelten Staaten ohne diplomatische Rücksicht.

Spiegel - Ungeschminkter Blick der USA



Und so lesen Sie die Berichte – wenn denn dann auf Wikileaks wieder verfügbar.

Spiegel - Wikileaks Depeschen


Lesen könnten Sie dann zum Beispiel noch folgendes:

“Enthüllt werden unter anderem 2007 gestartete geheime und bislang erfolglose Versuche der USA, hoch angereichertes Uran aus einem pakistanischen Forschungsreaktor unter Kontrolle zu bringen. US-Experten befürchten, dass Material könne für unerlaubte Nuklearwaffen genutzt werden.”

“Beim – inzwischen vertagten – Versuch Washingtons, das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba zu schließen, hat die US-Regierung offenkundig bemerkenswerte Gegengeschäfte angeboten. Die Regierung Sloweniens etwa wurde aufgefordert, einen Häftling aus dem Lager aufzunehmen, um zu einem Treffen mit Präsident Barack Obama zu gelangen. Belgien bekam das Signal, es könne „auf preiswerte Weise Prominenz in Europa erlangen“, wenn es weitere Gefangene akzeptiere. Die pazifische Inselnation Kiribati erhielt für die Übernahme von Guantánamo-Insassen Gegenleistungen im Wert von mehreren Millionen Dollar.”

“Beim Besuch des afghanischen Vizepräsidenten vergangenes Jahr in den Vereinigten Arabischen Emiraten entdeckten lokale Behörden 52 Millionen Dollar in bar in seinem Gepäck. Die US-Botschaft in Kabul gab schließlich grünes Licht, damit Ahmed Zia Massoud das Geld (das er mutmaßlich auf Bankkonten deponierte) behalten durfte, ohne über dessen Ursprung Auskunft geben zu müssen. Die „New York Times“ merkt dazu an, dass der afghanische Politiker bestreitet, Geld außer Landes gebracht zu haben.”

Die Welt - Depütierte Verbündete


Lesen könnten Sie dann auch:

Saudi-Arabien:

“Der saudische König Abdullah soll den USA geraten haben, Guantánamo-Häftlingen einen Mikrochip einzupflanzen, um sie nach ihrer Freilassung verfolgen zu können – wie bei Pferden oder Falken. Der US-Terrorbeauftragte John Brennan habe die Idee verworfen: „Pferde haben keine Anwälte.“

Afghanistan:

“Zum Ärger der US-Regierung ordnete der afghanische Präsident Hamid Karsai die Freilassung zahlreicher Krimineller und Drogenhändler an. Aus einer US-Depesche vom August 2009 geht hervor, dass in den vergangenen drei Jahren 150 der 629 von der Militärallianz an die afghanische Regierung übergebenen Straftäter ohne Prozess freigekommen seien. Karsai wird auch vorgeworfen, im April 2009 fünf Polizisten begnadigt zu haben, die mit 124 Kilogramm Heroin gefasst und zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt worden waren.”

Brasilien:

“Die Regierung Brasiliens, die sich gern als Helfer der USA im Kampf gegen den Terror brüstet, soll die Festnahme von Terrorverdächtigen verschleiert haben. Der frühere US-Botschafter in Brasília, Clifford Sobel, berichtete, brasilianische Sicherheitsbehörden hätten mehrere Personen festgenommen, die der Terrorszene zugerechnet werden. Offiziell sei die Festnahme mit anderen Vergehen begründet worden, um nicht die Aufmerksamkeit der Medien oder hoher Regierungsstellen zu wecken.”

Großbritannien:

“Wie ein „Großkotz“ sei Prinz Andrew, zweitältester Sohn der englischen Königin Elizabeth II., bei einem Essen mit britischen und kanadischen Geschäftsleuten in Kirgistan aufgetreten, berichtete die dortige US-Botschafterin. Die Wortwahl des Prinzen sei „an der Grenze zur Unhöflichkeit“ gewesen. Andrew (50), Sondergesandter für Handel, nannte Korruptions-Untersuchungen britischer Behörden wegen eines Geschäftes mit Saudi-Arabien angeblich eine „Idiotie“ und beschuldigte Journalisten, „ihre Nase in alles zu stecken“.

Spanien:

“Die Familie eines im Irak-Krieg getöteten spanischen Kameramanns erwägt nach den Enthüllungen rechtliche Schritte gegen die Regierung in Madrid. Das kündigten Angehörige des Getöteten an. Die Zeitung El País hatte Unterlagen veröffentlicht, aus denen hervorgeht, dass die Madrider Regierung sich auf Druck der US-Botschaft bei der Justiz dafür eingesetzt hatte, ein Verfahren gegen beschuldigte US-Soldaten einzustellen.”

Frankfurter Rundschau - Der meistgesuchte Mann des Planeten


Die gleiche Frankfurter Rundschau – die diese Depeschen veröffentlicht – hatte sich aber ebenso schon ein paar Artikel früher mit der übliche Relativierung der veröffentlichten Daten – analog zu den Afghanistan und Irak Protokollen – beschäftigt:

“Dabei enthalten die allermeisten der überwiegend aus den vergangenen drei Jahren stammenden rund 250.000 Dokumente, soweit es sich bisher überblicken lässt, Lageeinschätzungen, wie sie auch jeder politische Korrespondent abgeben könnte. Neben 8017 Direktiven des State Departement an seine Botschaften in aller Welt wurden 243.270 diplomatische Depeschen enthüllt, die diese Botschaften an die Zentrale sendeten. Keine der veröffentlichten Depeschen trägt den Stempel der höchsten Geheimhaltungsstufe. Der übergroße Teil der Dokumente, die die Enthüllungsplattform Wikileaks an ausgewählte Medien weiter gereicht hat, ist lediglich als „vertraulich“ eingestuft oder trägt keine Klassifizierung. Lediglich 11.000 Dokumente sind „geheim“. Weitere 9000 sollten nicht an andere Regierungen weitergegeben werden.”

“Wie der Spiegel – dem die Dokumente nach eigenen Angaben neben New York Times, britischem Guardian, spanischer El País und Pariser Le Monde vorab vorlagen – berichtet, haben 2,5 Millionen US-Beamte Zugriff auf SiprNET. Selbst die „top secret“ gekennzeichneten Dokumente stünden etwa 850.000 Amerikanern zur Verfügung.”

Irgendwie scheint die Redaktion nicht ganz zu wissen, was Sie berichten will.

Frankfurter Rundschau


Ausgelöst wurden alle bisherigen Veröffentlichungen – die USA betreffend – wohl auf diesem Wege:

Bradley Manning, 23 Jahre alt, Obergefreiter, zuletzt stationiert in einem US-Stützpunkt eine Autostunde von Bagdad entfernt soll es gewesen sein, der der Enthüllungsplattform Wikileaks im ganz großen Stil geheimes Material zugespielt hat: Zunächst die Papiere über den Afghanistankrieg , dann Akten aus und über den Irak-Krieg und nun die Dokumente aus dem US-Außenministerium.

Den Verlauf können Sie hier nachlesen:

Wired - The Wikileaks Chats


Liest man den Ablauf, kann man eigentlich zum Sicherheitssystem der amerikanischen Server nur hoffen, dass nicht noch ein paar US-Jungs gelangweilt an den Raketenknöpfen der USA rumsitzen, und die Codes zur Aktivierung als Lady Gaga Musik weiterversenden.

Die Politk bemüht sich – zumindest in Deutschland – um Verharmlosung und Relativierung der Veröffentlichungen von Wikileaks. Was bleibt ihr auch anderes übrig?

Im Übrigen ist zumindest gegen die Bewertung der deutschen Spitzenpolitiker grundsätzlich auch kein Einwand zu finden – trifft diese doch im wesentlichen zu. Ob man sich aber unter “neokonservativen Freunden” diplomatisch so bewertet sehen will, ist eine andere Frage.

Die Bedeutung der letzten Veröffentlichung der US-Depeschen durch Wikileaks bewerten die Verzweifelten Staaaten aber selbst sehr eindeutig:

Der designierte Chef des Heimatschutzkomitees des US-Abgeordnetenhauses, Peter King, sieht die Whistleblower-Plattform Wikileaks als terroristische Organisation an.

Seiner Ansicht nach erfüllt sie alle Anforderungen, um auf die gleiche schwarze Liste gesetzt zu werden wie Al Qaeda oder die japanische Aum-Sekte, die vor einigen Jahren einen Giftgas-Anschlag in der U-Bahn von Tokio beging.

US-Politiker: Wikileaks ist Terror-Organisation


Damit wissen wir nun zumindest, wie der konservative Teil US-Amerikas regagiert, wenn er erfahren muss, dass die Welt erfährt, wie der konservative Teil US-Amerikas über die Welt denkt.

Dieses – eben mit den US-Depeschen auf Wikileaks dokumentierte – Denkmuster ist nun wohl seit langem bekannt – und hat zu unaussprechlichem Leid überall in der Welt geführt.

Jeder, der nun heute der Relativierung der Wikileaks-Veröffentlichungen dem Mund redet, sollte sich noch einmal – aus gleicher Quelle veröffentlicht – den Kollateralmord im Irak zu Gemüte führen!

Ich möchte mich jedenfalls der Meinung der NachdenkSeiten anschließen, die wie folgt kommentiert:

“Wir brauchen zur Rettung des Restes an Demokratie eine Art Wikileak zur Aufklärung über innere Vorgänge in Deutschland.”

NachDenkSeiten - Deutsches Wikileak


Witzig ist übrigens auch, wie man in Deutschland in anderen Fällen zu geklauten Daten steht:

Illegale Steuer-CD darf für Ermittlungen genutzt werden



Nachtrag:

Die Guten haben jetzt “Jester” ins Rennen geschickt – oder er hat sich selbst zu den Guten ernannt

Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur

DoS-Angriff: Wikileaks weicht in Amazons Cloud aus

“Seitdem am Wochenende klar wurde, dass die Whistleblower-Plattform Wikileaks neue Dokumente der US-Regierung veröffentlichen wird, steht die Webseite massiv unter Beschuss.

Eine DDoS-Attacke sorgt dafür, dass die Seite mehrfach nicht oder nur schwer erreichbar war. Die Techniker bekamen das Problem allerdings wieder in den Griff. Obwohl die Betreiber der Plattform gerade vermeldeten, dass Angreifer die Server mit inzwischen mit 10 Gigabit pro Sekunde fluten, lässt sich auf die Plattform zugreifen.
Trotz der hohen Last lief die heutige zweite Welle weitgehend ins Leere. Dies ist der Cloud-Infrastruktur von Amazon zu verdanken, in die die Webseite inzwischen verlegt wurde. Der Online-Händler verfügt über ausreichend hohe Kapazitäten in seinen Datenzentren, um eine solche Last zu bewältigen.”

Wikileaks weicht in Amazons Cloud aus


“Die Angriffe am Wochenende wurden offenbar von einem Hacker namens Jester gefahren, der bereits mehrfach mit Aktionen aufgefallen ist, die seiner Ansicht nach wohl im Sinne der US-Regierung sind. So attackierte er unter anderem verschiedene radikalislamische Webseiten.”

Jester


Die Webseite ist aber inzwischen wieder erreichbar – hier eine Auswahl der Dokumente aus der Botschaft in Berlin:

Dokumente aus der Botschaft in Berlin: