USA und Terrorismus - Volker Pispers

Volker Pispers mit seinem Programm aus 2004 – „Bis neulich“ – hat wohl angesichts der aktuellen Veröffentlichungen in Wikileaks mehr Aktualität den je, sei es auf die Vorgeführten Staaten bezogen, oder auch mit Bezug auf die Reaktionen dazu in Deutschland.

“Wenn man weiß, wer der Böse ist, hat der Tag Struktur.”

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Zurückkommend auf Wikileaks zitiere ich nun noch einmal Volker Pispers:

„Die Gemütsverfassung des Durchschnittsamerikaners ist mit naiv sehr wohlwollend umschrieben.“

„Von der Welt wissen die meisten Amerikaner nicht sehr viel – die meisten Amerikaner wissen von der Welt nur – Wir sind die Guten!“

Im Sinne dieser Weltanschauung reitet nun der nächste Cowboy der USA in den Krieg gegen das Böse. Der Talkshow-Master Todd Schnitt hat eine Belohnung von 50.000 US-Dollar ausgesetzt für Hinweise, die zur Ergreifung von Wikileaks-Gründer Julian Assange führen. “Assange ist ein Terrorist, ein feindlicher Kämpfer und muss wie ein solcher behandelt werden”, heißt es. Anfang der Woche hatte schon der US-Abgeordnete Peter King gefordert, Wikileaks als terroristische Organisation einzustufen.

„Dead or Alive“, das Prinzip der alten Westernfilme mit Steckbrief und Kopfgeld ist die Antwort des konservativen Amerikas auf die Veröffentlichungen von Wikileaks. Wie eben diese Veröffentlichungen zeigen, sind augenscheinlich eine ganze Menge Konservativer in den USA längst noch nicht im 21. Jahrhundert angekommen.

Steckbrief und Kopfgeld



Auch die Wahlkarte 2008 der USA zur Wahl von Obama zeigt deutlich das Phänomen des geteilten Landes – die durchaus weltoffenen Wahlbereiche der Demokraten in den Küstenbereichen der USA und die „Welt der Guten“ in den Staaten im Zentrum der USA bilden zwei völlig gegensätzlich Blöcke an Wählern.

Wahlkarte 2008 der USA


Insofern würde ich den Verzweifelten Staaten nach ihrem wirtschaftlichen Niedergang in voller Konsequenz empfehlen, die Staaten im Zentrum der USA als Cowboy-Park in Disney Manier umzubauen, womit zum einen die wirtschaftlichen Probleme gelöst, zum anderen eine authentische Darstellung der Lebensanschauungen in der „Welt der Guten“ gegeben wäre, ohne die übrige Welt dadurch zu beeinträchtigen. Damit würde sich der Ölverbrauch der Nation drastisch senken lassen, Überfälle auf fremde Völker und fremdes Öl erübrigen sich gleichermaßen.

Talkshow-Master Todd Schnitt könnte dann mit einer weltweiten Übertragung der Sendung „High Noon“ erheblich zu weiteren Einnahmen beitragen, und dort den einsamen Kampf des Town Marshals Schnitt gegen seinen Todfeind Julian Assange und dessen Gangsterbande darstellen.

Im 21 Jahrhundert angekommen, zeigt die Reaktion von Town Marshals Schnitt und diverser anderer amerikanischer Town Marshals allerdings nur, wie wesentlich es war, die Wikipedia zugespielten Dokumente zu veröffentlichen!

President John F. Kennedy
Waldorf-Astoria Hotel
New York City, April 27, 1961

Hier in Deutsch:

Die Rede, die J.F. Kennedy das Leben kostete.

Das ist der Geist eines anderen, vorbildlichen Amerikas – der leider heute fast nicht mehr existiert!

Passend dazu das Zitat des Philosophen William Durant: “Eine große Zivilisation lässt sich nur von außen erobern, wenn sie sich von innen schon selbst zerstört hat.”

Und auch in Deutschland gibt es kaum noch einen Politiker, und nur noch wenige Journalisten, die solch einem Geist gerecht werden könnten!